Neues WP Plugin: Content Control!
Gestern war es mal wieder soweit - auf zu neuen Ufern, in diesem Fall Ludwigshafen, um mit ein paar bis dato mir nur virtuell bekannten Blognasen ein reales Treffen steigen zu lassen. Mikel Bower war heute schon fleissig und hat einen Bericht zum Treffen gebloggt, welchem ich persönlich nur noch wenig hinzuzufügen habe ausser dass mir das Essen bei Jürgen, dem bloggenden Wirt sehr gut mundete; ich nun weiss, dass man edle Essigessenzen an Schnapses Stelle in sich reinschütten kann und dass nicht nur ich allein ganz schön viel Blödsinn im Kopf habe.
Was immer man auf solchen Treffen so besabbelt und bebrabbelt, irgendwann kommt man halt aufs Thema Nummer Eins - die eigenen Blogs. Und (ich sage nicht wer) berichtete, wie peinlich es ihm mal war, in der Nacht mit vollem Kopp etwas ins Web gestellt zu haben und er am nächsten Tag am liebsten vor Scham im Boden versunken wäre. Versoffene Kreativität, noch einmal… Irgendwie nickten alle Anwesenden bei diesem Outing wissend, um dann zu konstantieren, dass die meisten Blogger ab und zu gerne einen heben; ganz so wie in der Vergangenheit sämtliche literarischen Grössen im Suff wohl kafkabukowskiesk ihre besten Werke abgeliefert hatten.
Gut, bis vor einiger Zeit konnte man noch am Morgen nach dem Schicksalspost im Editor diesen in aller gebotenen Hektik im digitalen Nirvana versenken und darauf vertrauen, dass die nächtlichen Leser und Blogger ebenfalls einen gehoben hatten und sich nicht mehr an das Gelesene erinnern würden. Aber nun ist es mal so, dass mit fortschreitender Technologie der Feedreader erfunden wurde, dieser heutzutage sehr beliebt ist und er der erklärte Feind des bedüddelten Frustbloggers ist. Die in ihm gelisteten Beiträge werden nämlich nicht gelöscht und hängen dort scheinbar für die Ewigkeit wie ein Damoklesschwert über einem, der unter Promilleeinfluss nächtens den “Senden-Button” gedrückt hatte.
Unsere gemeinsame Erkenntnis des Abends war gestern nun, dass Blogger sich schützen müssen und zwar vor sich selbst. Dieser Umstand liess die Murmeltier Laboratories die ganze Nacht nicht ruhen. Bloggern, die Gefahr laufen, nach Frust auf der Arbeit, nach einem Korb auf der Party, nach dem Treffen mit dem/der Ex oder anderen emotional herabziehenden Erlebnissen sich einen in die Birne zu knallen und danach am PC ohne jegliche Selbstkontrolle ihren Zorn und/oder Frust ins Web stellen, diesen Bloggern kann jetzt geholfen werden. Es wurde bei mir also programmiert, geklebt, gelötet und geschraubt. Kurz vor dem sonntäglichen Frühstück war er dann fertig - der Content Controller und das dazu passende WP Plugin Content Control:

Wie zu erkennen ist, lehnt sich die Eingabeeinheit stark an den gängigen Geräten zu Alkoholkontrolle an; auswechselbare Mundstücke werden den hygienischen Anforderungen für Blogs gerecht, die von mehreren Personen betrieben werden.
Nach dem Dowload des Plugins entpackt man die Zip-Datei, lädt das PHP-Script in das wp-content/plugin/ Verzeichnis seines Servers hoch und aktiviert es in der Pluginverwaltung; das war’s dann auch schon. Dann in Wordpress in die Einstellungen wechseln und die individuellen Parameter setzen:

In diesem Menü muss noch einmal gesondert die Aktivierung gesetzt werden, da das Plugin ständig im Hintergrund mitläuft. Zusätzlich ist eine temporäre Deaktivierung für jene Schreiberlinge sinnvoll, die eine Weile anonym alkoholisiert bloggen möchten oder sich gerade für ein paar Monate auf dem Trockendock befinden.
Dann setzte man die Zeitspanne, an der der Selbstschutz greifen soll; ich empfehle hierbei sich an den eigenen, üblichen Tringewohnheiten zu orientieren. Ist zusätzlich die Erinnerungsfunktion aktiviert, erhält man nach Ablauf der Aktivierungszeitspanne automatisch eine Mail, in der an jene Beiträge im Speicher des Editors erinnert wird, die das Plugin nicht zur Veröffentlichung freigegeben hat. Es könnte ja sein, dass man vergessen hat, dass man ein paar Stunden zuvor versucht hatte, zu bloggen…
Zu guter Letzt ist der indviduelle Promillewert zu hinterlegen, ab dem das Plugin die Freigabe nächtlicher Vollfrusttexte verhindern soll. Hierbei sind Werte zugrunde zu legen, die sich an der eigenen Trinkfestigkeit orientieren sollten oder auf den Unterlagen zum letzten Führerscheinentzug vermerkt sind.
Ist alles korrekt eingeben und gespeichert worden, ist das Plugin nun scharf geschaltet:

In diesem Beispiel ist schöner Heulbeitrag erfasst worden, der einem Blogger nach alkoholschwangerer Publizierung schwere Imageschäden zufügen kann, die sich u.a. in hämischen Kommentaren oder stark sinkendem Traffic äussern könnten. Will man nun innerhalb der gesetzten individuellen Zeitspanne zum Schutz vor derlei Schmach locker und lässig, lustig und befreit den Button zur Veröffentlichung drücken, greift das Plugin ein:

Jetzt steckt man das Gerät zur Ermittlung eines möglicherweise Schaden erzeugenden Promillewerts in einen freien USB-Port, holt tief Luft und bläst danach kräftig, in einem Zug in das Mundstück. Mein Plugin gleicht nun den ermittelten Alkoholpegel gegen den im Plugin gespeicherten ab und schreitet ein, sofern dieser überschritten wird:

Der Button zur Veröffentlichung wird in diesem Fall bis zum Ablauf der parametrisierten Zeitspanne gesperrt und der Beitrag automatisch im Editor gespeichert. So kann man sich Tags drauf dann die benebelten Ergüsse der letzten Nacht nochmals zu Gemüte ziehen und entscheiden, was mit diesen weiter gemacht werden soll.
Das Plugin steht ab sofort bei Wordpress Deutschland und anderen spezialisierten Blogs zum Download bereit; das Gerät ist ab Montag im gut sortierten Fachhandel für schlappe 19,90 Euro erhältlich. Inklusive Märchensteuer.
Phil

am 16. März 2008 um 17:10 Uhr.
geil!
am 16. März 2008 um 17:48 Uhr.
Fantastisch! Da gibt es was zu blasen!
am 16. März 2008 um 18:44 Uhr.
Bestellt!
Lieferung bitte schon vorgestern!
Grandiose Erfindung verehrter Phil!
am 16. März 2008 um 19:12 Uhr.
Woho! Damit hätte ich noch meine Freundin, meinen Job und keine Anzeige wegen Beleidigung und Verleumdung diverser Personen. Ha! Warum gabs das nicht schon früher!
Spass beiseite, ich meine mich zu erinnern, dass es mal ein Gemeinschaftsblog gab (gibt?), in dem man ausschließlich betrunken posten durfte. Hm?
am 16. März 2008 um 19:22 Uhr.
Jeep, klasse !
Nur wir Blogger von blogspot.com schaun mal wieder in die Röhre, oder kannst du das noch für mich/uns umfummeln, damit bei mir dann auch
geblasengepustet werden kann .am 16. März 2008 um 21:18 Uhr.
Phil, du Tausendsassa!
Jetzt wirst’e reich!
Ich hoffe, du hast es zum Patent angemeldet?
am 16. März 2008 um 23:27 Uhr.
Also, ich meine schön und gut, lieber Phil, aber ist Ihnen auch klar, um wieviele Blogs die Welt dann ärmer wäre, hm? Von der Literatur wollen wir gar nicht erst…und so… Nicht dass das wirklich wichtig..aber..ach..ich bin zu nüchtern um mich weiter darüber auszulassen…
am 17. März 2008 um 11:53 Uhr.
@femi: ferkel :)
@wilde orchidee: paket ist raus … ;-)
@.markus: den blog würde ich auch mal gerne wissen!
@jürgen: wie war das am samstag abend nochmals mit der eigenen url…? ;-)
@meise: längst passiert :)
@FrauH.: recht haben sie, die blogwelt wäre dann so öde, dass man sie sich wiederum schön trinken müsste :-)
am 17. März 2008 um 13:34 Uhr.
da könnte durchaus ne menge verloren gehen.
wenn ich nämlich zu betrunken für die korrekte bedienung des plugins, aber betrunken genug für grossartige texte bin, wird das alles nicht gespeichert. wie unschön.
ausserdem amüsiere ich mich gern über anderer leuts’ unbeherrschte und ausfallende blogeinträge…
am 17. März 2008 um 17:23 Uhr.
Tja, da muß ich irgendwann ran.
Mal sehen ob sich der ein oder andere findet, der mir dabei unter die Arme greift ?
Währung könnte in diesem Fall, Rumpsteak oder Filetspieß oder etwas anderes von der Karte sein.
am 17. März 2008 um 18:45 Uhr.
@Jürgen: Das wären aber teure Häppchen und Schnittchen ;-) Lass Dir von Mikel mal sein Hostingsystem (b2evolution), könnte für Deinen Fressblog fast besser sein WP :-)
am 17. März 2008 um 22:15 Uhr.
Ach Bärbel, jetzt ist alles für die Katz. Jetzt wirst du es nie erfahren… *hick*
am 17. März 2008 um 22:19 Uhr.
@gnaur: *örps* - what the fuck is bärbel ???
:-)
am 19. März 2008 um 23:17 Uhr.
Bloggen unter Alkoholeinfluss: So vermeidet man peinliche Posts…
Wir wissen alle (also ich zumindest nur gerüchteweise, da ich keinen Alkohol trinke), dass Alkohol uns dazu verleiten kann Dinge zu sagen, die wir später bereuen. Vielleicht weil sie peinlich sind oder weil man sich einfach nur im Ton……
am 20. März 2008 um 07:00 Uhr.
[...] kniee, weil ich des Sitzens nicht mehr fähig bin 3 , hat ein einfallsreicher Mitblogger von 2 auf dem Teppich vor der Funk-Tastatur kniee, weil ich des Sitzens nicht mehr fähig bin 3 , [...]
am 11. April 2008 um 09:05 Uhr.
Scheinbar funktioniert das Teil doch nicht oder Du warst gestern zu besoffen zum pusten ;-)
am 11. April 2008 um 11:46 Uhr.
Noch nüchtern genug, um einen Rückzieher zu machen, obwohl - so schlimm war’s ja nicht ;-) Ich fand’s jedenfalls lustig. Hab den Beitrag ja noch, weil ich vielleicht doch mal bringe ;-)
am 11. April 2008 um 21:39 Uhr.
ahh verstehe oder auch nicht, der anfang war schon mal spannend :-) mal sehn wann und ob es den rest gibt