[nach:gelesen]

Das DingDing...Ein paar Stunden nur her, die Eindrücke noch frisch. Gestern also Lesung mit den werten Herren Ettore Schmitz und Erdge Schoß. In Ginsheim, wo immer das auch liegen mag, falls ich es nochmals fände.

Jedenfalls war ich da, im ungekürten Kurshaus, mit einer Frau von Welt als charmante Moderatorin. Überraschend und erweise, weil ich eigentlich Douglas Adams Nichte erwartete, nicht in Schwarz, andersfarbig kostümiert und sich sehr spät erkennend gebend.

Ein mich um Längen überragender Raketenwissenschaftler, dazu verdonnert, zum Beginn der Veranstaltung Lobhudeleien ins kleine und feine Publikum zu werfen, welche sich im Nachgang als berechtigt erwiesen. Im Publikum, soweit erkenntlich gezeigt, dem Chef sein Blog, noch so ein langer Stock, eine uns mit feinster Schoki versorgende Schwyzerin und ein trotz Abwesenheit allseits präsenter Herr Schneck, welcher aus der Ferne grüssen liess und von Meister Ettore finalisierend rezitiert wurde.

Das Duo Infernale las in gediegenem bis modernem Ambiente bei Kerzenlicht und erlesenen Weinen wie auch Schampus. Es war wie immer bei Lesungen, zwei fast drei akademische Viertel später beginnend, weil die zerstreute Leser- wie auch Zuhörerschaft entweder den Weg nicht rechtzeitig fand oder andere Besucher sich mutantrinkend am Ausschank festklammerten. Dann trumpften Erdge wie auch Ettore auf, ihren Kunstfiguren Leben einhauchend, so dass ich zum ersten Mal den Eindruck gewann, ich würde nun endlich auch verstehen, was die beiden Herren da in ihren Blogs so schreiben.

Mir machte es viel Spass, dem Publikum hörbar auch und den Protagonisten soundso. Kurzweilig und für mich persönlich von diesem Abend mitnehmend, dass es ungemein wichtig ist, wie man liest. Nicht nur ablesend, vorlesend, sondern auch mittels Mimik, Gestik, Betonung und Kommentierung die eigenen Zeilen in die Phantasie des Auditoriums portierend. Elementar. Das war das Wichtigste, das ich mitnahm, an diesem Abend. Für mich.

Hängen blieben sicher auch Erdges Genitalia, jetzt nicht missverstehen, seine hängen sicher nicht nur, nein, eine Geschichte um einen besonderen Trip gen Italien. Von der Kunst, zu bumsen und sich bumsen zu lassen. Und dann noch Ettores Baseler Albtraum vom Betteln um einen Kredit; phantasiegeladen, im wahren Leben jedoch, manchmal näher an der Realität, als einem lieb.

Mein Fazit für all jene, die meinen im Murmeltiertag gefangen zu sein: Besucht doch mal eine Bloglesung, entspannt, geniesst und amüsiert Euch. So wie ich, so wie die anderen Zuhörer, gestern Abend; es ist eine Bereicherung. Des sonst so Alltäglichen, im Leben.

Phil

9 Kommentare zu “[nach:gelesen]”

  1. Ettore Schmitz

    Seine Gäste zieren ein Haus, lieber Herr Phil. Hat man solche Köpfe im Auditorium, dann macht’s Spaß, richtig Gas zu geben, Basel hin, Basel her, wobei eigentlich Baselitz direkt noch besser wäre: bei dem steht auch immer alles so auf’m Kopf wie bei uns…

    Herzliches Dankeschön (jeden Morgen jetzt ab 6 Uhr!)
    Ihr
    Kreditore E. Schmitz

  2. Scheibster

    Hundertporzentige Zustimmung für Phil, auch wenn ich “meetoo”-Posts eigentlich verabscheue. Es war toll, und Punkt.

    Gernstens wieder.

  3. Stockfisch

    Sehr schön ausgedrückt Phil, wenngleich ich das mit dem “langen” nicht so recht verstanden habe;-)

  4. Erdge Schoss

    Lieber Herr Phil, wenn’s der unglaubliche Ettore nicht wieder derart unwiderstehlich hingepinselt hätte, ich tät’s glatt wiederholen. Weil er recht hat von hier bis dort hinaus und gerade wieder zurück, Sie Grandioser. Was freue ich mich schon jetzt auf den 15. Dezember …

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

  5. schneck06

    beneide sie alle. aber, wie meine alte mutter immer sagt: der liebe gott weiss, wo sie wohnen! daher beruhigt, bestens dankend ihr schneck

  6. Papst der Herzen

    Danke mein Sohn.

    Die von der Gemeide unter Danksagung (griech. Eucharistia) zum Gedächtnis der Herrn begangene Lesung ist die wichtigste Versammlung des Volkes Blogistan. Wer ohne hinreichenden Grund (Raucherhusten usw.) der Eucharistiefeier fernbleibt, verfehlt sich nach der Überzeugung des Clubs der himmlischen Deuter ernsthaft vor Gott und der Gemeinde.

  7. Heilige Mutter Gottes

    Ich glaub wieder an Gott. An zwei sogar.
    Amen

  8. Scheibster » Von Scheißdreck und Nachbarschaftshilfe

    [...] Ähnlicher Meinung waren übrigens auch die ebenfalls zu meiner Freude anwesenden Murmeltier Phil, die Frau Stubbornita,***** der Herr Stockfisch und der Herr Beil. [/edit] ____________________ [...]

  9. Steven

    Sehr interessant, danke! Ich hätte auch gerne daran teilgenommen :( aber habe ja nun ein kleines Trostpflaster!

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