Weshalb ich trotzdem flattre

Hä? Erst taucht der Like it Button von Facebook hier im Blog auf und jetzt noch der von flattr.com? Sicherlich wird sich diese Frage der eine oder andere Leser dieser Seiten fragen und trotz der ablehnenden Haltung einiger Blogger und diverser Kritik werde ich Flattr erst einmal ausprobieren. Entfernen kann man ja diesen Micropaymentdienst (wie auch Facebook) jederzeit wieder.

Wie auch bei Like it drückt man als Leser beim Klick auf den Flattr Button sein Gefallen über einen Beitrag, ein Foto oder z. B. einen Song überall dort im Web aus, wo diese Dienste installiert sind. Bei Flattr hingegen zahlt man jedoch einen Betrag in Euro durch jenen Klick, der dem Autor zugute kommt. Hierbei dreht es sich nicht um Unsummen, sondern um kleine, skalierbare Beträge.

Einmal bei Flattr angemeldet, lädt man sein Konto mit Minimum 2 Euro auf und bestimmt, welchen Betrag man regelmässig wie lange für persönlich “belohnenswerten” Content zahlen möchte. Angenommen, ich habe mein Konto bei Flattr mit 10 Euro im Monat aufgeladen und klicke im Monat einen einzigen anderen Flattr User an, dann erhält dieser die vollen 10 Euro gutgeschrieben. Klicke ich während eines Monats 10 Beiträge, Bilder oder Forenbeiträge an, erhält jeder anteilig einen Euro - so simpel ist das. Klicke ich in diesem Zeitraum garnichts an, wird der Monatsbeitrag gespendet.

Persönlich finde ich diese Idee sehr gut, denn im Gegensatz zu den oft in Blogs verlinkten Wunschzettel bei Amazon oder Paypalspendebuttons ist das gesamte Handling sehr einfach, übersichtlich und alle Transaktionen sind zentral einsehbar. Andererseits ist es natürlich so, dass man als User von Flattr den Button für Geldspenden in seine eigene Webseite (Blog, Galerie etc.) einbauen kann und somit  für seine eigene Arbeit als Texter, Autor oder Musiker belohnt wird.

Damit beginnt ein wenig die Krux, denn in meinem Blog befinden sich nicht ausschliesslich eigene Werke. Ab und zu befinden sich hier fremde Fotos, Videos oder beispielsweise Links zu anderen Blogs. Diese Beiträge, die als solche ja stets entsprechend erkennbar sind, bitte ich nicht via Flattr zu entlohnen, weil ich ja nicht der Urheber bin.

Des weiteren will (und muss) ich mit diesem Blog ja kein Geld verdienen, was ich bereits mehrfach in der Vergangenheit erwähnte. Das ist auch daran zu erkennen, dass es hier keine Werbung (Banner, Links etc.) gab und geben wird, obwohl ich regelmässig Angebote zur Schaltung dieser für gutes Geld erhalte.

Was mache ich also mit den Einnahmen aus Flattr? Je nachdem wie sich der Erfolg von Flattr entwickeln wird und natürlich auch, wie sich meine Einnahmen daraus entwickeln werden, stelle ich mir zwei Alternativen vor - entweder das verdiente Geld fliesst zurück an andere Blogs etc. (fülle damit die Kosten für unbezahlte Folgemonate auf) oder ich entnehme es und stocke damit die Spenden aus den von mir eintrittsfrei organisierten Bloglesungen auf, welche alljährlich an karitative Zwecke fliessen.

Damit kann ich leben und bin echt mal gespannt, wie sich das alles so entwickeln wird. Denn noch sind bei Flattr keine 10.000 Betatester am Werk.

Phil

Nachtrag:

Keine 24 Stunden sind vergangen und ich weiss jetzt, dass man den Flattrbutton auch einzeln, also auf einen Beitrag bezogen im Blog setzen kann. Das habe ich nun geändert und somit kann ich vermeiden, dass fremder Content belohnt wird und eventuell nicht der Eindruck entstehen könnte, dass man für alles und jedes “die Hand aufhält”.

Weiter möchte ich diesen Beitrag von Jens Berger erwähnen, der sich sehr ausführlich mit dessen Motivation und Flattr als solches beschäftigt. Bliebe mir nur noch hinzuzufügen, dass wünschenswerterweise Flattr auch von Leuten genutzt werden sollte, die selber keine flattr-relevanten Dinge im Web unternehmen, aber trotzdem Autoren, Musiker, Fotografen unterstützen könnten. Da zahlen die Leute 80 Euro im Voraus für ein grottenschlechtes Konzert und ärgern sich. Warum sich nicht vice versa  im Nachhinein über einen Artikel, Song oder Bild erfreuen und dafür lediglich ein paar Cent bezahlen? Das wäre mal, aber sicherlich wie gesagt noch Wunschdenken.

Noch’n Nachtrag:

Am 1. Juni habe ich den Flattr Button fest in die Sidebar integriert, weil mir das beitragsbezogene Integrieren zu umständlich ist. Daher die Bitte nur dann zu flattrn, wenn erkennbar ist, dass der Content (Text, Fotos, Podcasts…) von mir ist. Fremden Content bitte beim Urheber, sofern erkennbar oder verlinkt, flattrn, Danke!


4 Kommentare zu “Weshalb ich trotzdem flattre”

  1. kraM

    Du hast vermutlich weit mehr Leser als ich, aber mir fällt es ja etwas schwer zu glauben, dass das funktioniert. Selbst große Verlage verdienen ja nichts und ich für meinen Teil kann mir wirklich kaum Leute vorstellen, für deren Beiträge ich bezahlen würde. Aber die Idee ist trotzdem irgendwie ganz sympathisch.

  2. Phil

    @kram - Eigentlich habe ich auch die starke Vermutung, dass das eher nur was für grosse Seiten/Blogs ist. Die anderen profitieren erst dann davon, so denke ich mal, wenn eine sehr rege Beteiligung (und Akzeptanz) von Surfern existiert, die selber keine Seiten im Web haben, mit den geflattert wird. Aber wie gesagt, ich mach erst mal mit und wenn nach z.B. einem halben Jahr nix passiert, tret ich Flattr in die virtuelle Tonne :)

    Danke für Deine Vermutung, aber vom Ranking her ist das hier auch kein grösserer Blog, lt. Blogoscoop irgendwo Ende erstes Drittel von den Zahlen her. Und das soll er auch nicht werden, ich bin sehr, sehr zufrieden, wie das hier läuft und ich rundum nur nette Leser und Kommentatoren/innen habe anstatt wie bei den “grossen” sich oft Neider, Beserwisser und die üblichen Trolle sich die Klinke in die Hand geben. Was nämlich Arbeit bedeutet und einem das Texte vermiesen kann.

  3. kraM

    Ich muss sagen, ich verzichte auch gern auf 1000leser am tag, dafür dann lieber ein paar kommunikative, das für mich letztlich der sinn eines blogs. sonst kann ich ja auch tagebuch schreiben. ;)

  4. jafa

    meiner bescheidenen meinung nach ist das kompletter quatsch.
    entweder man bloggt beruflich oder zum spass.
    jedem der meint mit seinem hobbygeblogge geld verdienen zu wollen, dem gehört wieder mal tüchtig eine gewatscht.

Einen Kommentar schreiben:

XHTML: Du darfst diese Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>



Zur Startseite

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de