Über die Kritik an (Top-)Blogs
Aus gegebenen Anlass und weil ich das Thema nicht weiter in den Kommentaren des Stylespions verfolgen will, möchte ich jenen Lesern, die in den Kommentaren „grösserer“ Blogs ihre Schleimspuren hinterlassen, meinen herzlichsten Dank ausrichten. Weil sie mir in meiner aktuell unkreativen Phase für heute Inspiration gewesen sind, diesen Beitrag hier zu verfassen.
Sicherlich nicht zum ersten Mal habe ich in den Kommentaren anderer Blogs nebst Lob auch die eine oder andere kritische Anmerkung hinterlassen. Ganz so, wie meine Leserschaft es hier bei mir tun darf, ohne dass im Falle der Kritik ich gleich auf die Löschtaste drücke. Hierbei ist jedoch öfters meine zuweil „seltsame“ Art der Formulierung jener Stein des Anstosses, der bei anderen Kommentatoren Muttergefühle ausgelöst werden und der „grosse“ Blog geschützt werden muss.
Denn es ist bei vielen Aktiven in der selbsternannten Blogosphäre anscheinend Kredo, dass deren Idole ganz oben auf dem CMS-Thron heilig sind und Regimekritiker wie ich es nun mal einer bin, aus den Palästen vertrieben werden müssen. Das äussert sich in Kommentaren wie Warum wird dem Phil sein Kommentar nicht gelöscht oder Diese Meinung hätte ich nie freigeschaltet bis hin zu Der Phil trollt hier doch nur herum.
Dabei richtet sich Kritik von mir lediglich an Dinge, die mir in einem Blog auffallen; das kann ein geschmacklich daneben geratenes Design sein, sinkende Qualität der Inhalte oder die subjektive Meinung eines Autors zu einem Thema, zu dem ich selber eine kontroverse Auffassung habe. Welche selbstverständlich auch nur subjektiv sein kann und sich nicht gegen den Blogger in persona richtet, sondern an dessen einzelne Handlungen respektive dessen konkrete Sicht zu bestimmten Sachverhalten. Etwas zu kritisieren bedeutet nichts anderes, als dem Anderen eine Chance einzuräumen, über sein Wirken und Geistesgut nachzudenken. Wenn ich bin z.B. vor ein paar Wochen begonnen hätte, mich unbewusst am Sack zu kratzen, wäre ich über jeden Hinweis darüber froh (es sei denn, ich stellte im Nachgang für mich fest, dass es schicklich sei).
Diese Ansicht teilen aber viele Kommentatoren nicht – für sie sind Andersdenkende, die nicht auf der gleichen Welle reiten wie ihre Bloggötter, Satansbrut, die es gilt aus den heiligen Hallen ihrer Lieblingsblogs zu vertreiben. Kontroverse ist stets mit negativer Attitüde behaftet anstatt die Diskussion an sich als Mittel des geistigen Reifeprozesses oder der gemeinsamen Abwägung zu betrachten. Und einige der „grossen“ Blogger (ich sage jetzt nicht, an wen ich als ganz bestimmtes denke…) bilden mit jener schleimenden und linkheischenden Stammleserschaft eine Art Symbiose, in dem sie jene Kommentare löschen, die nicht contentkonform sind oder bspw. am Image des Autors kratzen.
Aber jenes Verhalten, welches sich in der Masse etlicher Kommentatoren noch potenziert, wird man aus jenem kleinkarierten Plebs nicht heraus geprügelt bekommen; genauso wie es immer eine ziemlich breite Kundschaft für Boulevardzeitungen, Tageszeitungen mit B vorne dran und an vor Dämlichkeit strotzenden TV-Programmen geben wird, deren Inhalte (respektive Messages) eben die Sinnhaftigkeit des eigenen Daseins jener Klientel zu untermauern scheinen. Ganz so wie in den Medien, in denen die bekannten Stars ihre treue Fangemeinde mit all deren Macken haben (sag einer mal in einer Mädchenklasse etwas gegen Bill Kaulitz…), ganz so gibt es eben inzwischen jenen Kult um Blogger. Sei es in den Kommentaren oder z.B. bei Lesungen, wie der Geschichtenerzähler es so herrlich süffisant selbstreflektierte.
Aber letztlich bin ich schon ganz froh, wenn ich im Falle von Kritik von all diesen sozial und mental degenerierten Blogwächtern angegriffen werde – es zeigt mir nämlich, dass ich mich immer noch nicht zu jener breiten Masse hinzuzählen kann und mit meinem Nischendasein in der Blogosphäre immer noch eine treue wie angeregt bis höchst amüsamt diskutierende Leserschaft mit meinem manchmal verqueren Gedankengut unterhalten darf.
So – das war es dann auch schon mit meinem Gemotze. Und um es gleich klar zu stellen - der Beitrag ist allgemein gehalten und richtet sich nicht gegen den Kai vom Stylespion. Sein Blog ist einer der wenigen grossen, die ich schon lange im Feedreader habe und sehr schätze. Und jetzt surf ich mal rüber in die Gegend von Flensburg, denn da habe ich schon länger nicht mehr in den Kommentaren getrollt …
Phil
Und wehe jetzt schreibt hier einer was schlechtes zu diesem Beitrag – das wird sofort gelöscht!

am 3. Dezember 2009 um 15:09 Uhr.
lösch doch, lösch doch… ;-)
am 3. Dezember 2009 um 17:41 Uhr.
Dieses Blog ist… bäh… bäh… bäh… bähzaubernd. :-)
am 3. Dezember 2009 um 19:45 Uhr.
Du bist wie Du bist - und das ist gut so! Menschen ohne eigene Meinung und mit verbogenem Rückgrad haben wir genug, es ist mal wieder Zeit für eigene Meinung!
am 3. Dezember 2009 um 20:35 Uhr.
Es fehlt einfach an konstruktiver Kritik… So einer wie der Herr Lobo, hat einerseits ne Menge Speichellecker um sich herum, die hinter jedem seiner Worte ein Amen setzen und dann hat er noch die, die neidisch sind und alles verteufeln, was er macht. Beides ist nicht in Ordnung…
am 3. Dezember 2009 um 21:39 Uhr.
Die “Großen”? Meinst du die, wo einen erstmal die Werbebanner erschlagen? Oder diejenigen, die ihre Tags & Co so gestalten, dass die Suchmaschinen sie finden, die ihre Themen schon so wählen? Ich meine es gibt solche und solche. Eines ist mir aufgefallen: ich mag Blogs, wo man deutlich die Meinungen und Eigenschaften des Bloggers liest und nicht so sehr die, die immer nur neutral vermitteln…
Ach ist es nicht schön…wir können hingehen, wohin wir wollen, schreiben, was wir wollen….
Vielleicht kommst du ja mal bei mir….trollen ;-)
am 3. Dezember 2009 um 23:40 Uhr.
Ach hat der Lobo jetzt einen Blog? Echt jetzt? http://mikelbower.de/blog/index.php/c76/so_was_damliches, was nicht alles gibt.
Ach Phil, lass gut sein… wir sollten mal gemeinsam einen Troll.Blog machen. Echt, wäre faszinierend. ;-))) so was ganz uriges lol
am 4. Dezember 2009 um 00:47 Uhr.
@mikel: dann les mal das :) http://www.stefan-niggemeier.de/blog/kurz-verlinkt-44/ plus verlinkten artikel :-)))
am 4. Dezember 2009 um 08:28 Uhr.
Weißt du, es kommt immer drauf an. Wenn es konstruktive Kritik ist, die den Schreiber persönlich nicht beleidigt, ist das sicherlich ok. Wenn es aber persönlich wird (und so einen Fall habe ich grad letztens gelesen), finde ich es unter aller Sau. Bloggen soll Spaß machen (und mein Blog hat sowieso keinen Anspruch ;-)), und nicht auch noch zu Streitereien und Verletzungen führen. Davon hat das RL doch schon genug, oder etwa nicht?
am 4. Dezember 2009 um 08:31 Uhr.
Und noch was - ich bin mir noch nicht mal sicher, ob ich konstruktive Kritik im Blog lesen möchte. Wenn demjenigen was nicht passt, muss er mein Blog ja nicht weiterlesen, oder seh ich das falsch?
am 4. Dezember 2009 um 12:40 Uhr.
@fly: ich rede natürlich nur von konstruktiver kritik, was du ansprichst würde ich auf neudeutsch als “bashen” bezeichnen. eben letzteres kommt nach meiner erfahrung recht oft vor und ist in blogs mit hoher kommentarzahl ein richtiges problem, so dass deren betreiber immer wieder restriktiv moderieren müssen.
und wenn einem ein blog nicht gefällt, muss er ihn natürlich nicht lesen. ich erinnere mich aber noch sehr gut an einen “ausrutscher” von mir, als ich mal über dicke frauenbeine in stiefeln lästerte. da gings hier richtig bös ab und ich habe ganz schön watschen erhalten. und daraus gelernt ;-) die kritik war zwar auch nicht immer konstruktiv, zeigte aber ihre wirkung. bestimmte dinge verkneife ich mir seit jenem beitrag.
am 4. Dezember 2009 um 12:41 Uhr.
@miki: weshalb sollte ich bei dir trollen? bist doch ein braves mädchen ;-)
am 4. Dezember 2009 um 22:37 Uhr.
ich habe den Artikel von Kathrin gelesen. Ich folge ihr doch … und sie kann schreiben.. aber ich verstehe dein Anliegen dabei nicht..
am 9. Dezember 2009 um 18:50 Uhr.
Orrrr, eine Disskusion über Topblogs und ihre Kommentatoren!? Wie herzallerliebst und unnotwendig. Sich darüber aufzuregen ist wie einlagiges Toilettenpapier zu kaufen und nein der Vergleich hinkt nicht.
Ich liebe Kritik kann aber mit konstruktiver nicht umgehen, mag dann lieber Sinnlose Pöbelein die sind wenigstens Ehrlich gemeint!
Wer auf “TOP” Blogs surft ist selber SCHULD!