Gewissensfrage
Es kommt immer wieder vor, dass ich in meinem Postfach Mails finde, deren Absender mich fragen, ob ich so nett sei und Werbung auf meinem Blog für das Angebot X, Y oder Z platzieren würde. Bislang habe ich das kategorisch abgelehnt, auch wenn da bisher teilweise finanziell attraktive Angebote drunter waren, die locker für ein leckeren Abend zu zweit beim Edelitaliener gereicht hätten.
Gestern erhielt ich wieder so eine Mail, die nett formuliert ist und ich darum gebeten werde, nichts anderes zu tun, als irgendetwas über den Onlineshop der Inhaberin zu texten und dies im Blog zu publizieren. Dafür erhielte ich einen Einkaufsgutschein über 50 Euro. Normalerweise hätte ich ja wie immer abgewunken, aber das (nicht nachprüfbare) Versprechen der Besitzerin, dass 3% ihres Umsatzes aus November und Dezember einem karitativen Zweck zukommen sollen gepaart mit meiner langsamen aufkeimenden Weihnachtsstimmung haben mich ins Grübeln kommen lassen.
Deshalb frage ich jetzt einfach mal bei meiner Leserschaft in die Runde, ob ich diesen Beitrag bringen soll oder ob ich es mir mit Euch verscherzen würde, wenn ich so ein wenig “umfalle”. Den Gutschein würde ich übrigens nicht annehmen, sondern darum bitten, dass der Gegenwert ebenfalls jenem guten Zweck überwiesen werden solle.
Phil

am 26. November 2009 um 21:11 Uhr.
ach gott, machen sie nur. ich würde es machen und das geld selbst behalten, wenn mein blog so beliebt wäre, dass mich überhaupt jemand sowas fragen würde. :D
am 26. November 2009 um 23:20 Uhr.
Ich habe mit ja gestimmt, weil ich das caritative nicht schlimm finde, obwohl mir letztens erst jemand erklärt hat, man soll aufhören Almosen zu geben und stattdessen eine Solidarische Umverteilung allen Wohlstandes unterstützen… wie auch immer… unterstützen würde ich aber auch jegliche Werbung - unabhängig von ihrem Gemeinwohlnutzen - für: Blutwürste, Rauschgift, Sexartikel, Scherzartikel, Gourmetgin, Supergünstiggin, freiberuflich Prostiuierte der Region, Badezusätze die besonders viel Schaum produzieren, Untergrunduniversitäten, Murmeltierpflegebedarf, Subreale Literatur, frische eingelegte Gehirne….
am 27. November 2009 um 00:01 Uhr.
Ihr Buben, ihr wisst ja gar nicht, wie “fies” dieser Beitrag werden könnte ;-)
am 27. November 2009 um 07:45 Uhr.
Ach, mach mal, solangs nicht täglich ist…
am 27. November 2009 um 07:46 Uhr.
*lach*, das derzeitige voting-Ergebnis macht die Entscheidung aber auch nicht leichter!!!
am 27. November 2009 um 08:04 Uhr.
DAS .. ist die ausgleichende Gerechtigkeit
es kann nicht nachgeprüft werden caritative Einrichtungen Nutzen daraus haben
aber die zu Bewerbende kann auch nicht wissen wie “fies” der Beitrag wird
ggg
am 28. November 2009 um 13:57 Uhr.
Ich hab glaub ich soeben dieselbe Anfrage erhalten. Und stelle mir die Frage auch gerade. Ehrlich gesagt finde ich es von ihrer Seite aus nicht schlimm, an einige Blogger heranzutreten und sie zu fragen ob sie ein bisschen was über den Online-Shop schreiben. Die Betreiberin will, dass ihre Seite ein bisschen bekannter ist, also finde ich es irgendwie nicht verwerflich. Ich fände es noch nichtmal schlimm, wenn da nicht der Gutschein mit dabei wäre und die 3% nicht gespendet werden.
In der letzten Woche hatte ich schonmal eine Anfrage, da war es ein ganz neuer Online-Shop für Klamotten mit Hinweis auf den zugehörigen Blog und das man gerne Verbesserungsvorschläge und Kritik zum Auftritt anbringen kann und sich ruhig melden soll, wenn man gern das oder das Teil hätte, weil man es dann günstiger bekommt.
Die einen würden sagen: Ist ja total billig sowas. Ich find´s in Ordnung. Und das hat dann bei mir auch nichts damit zu tun, dass ich die Sache lobe bis zum Gehtnichtmehr. Ich schau mir das an, finde ein paar Sachen gut, andere vielleicht nicht, und schreibe dann was mir daran gefällt.
Ich kann manchmal nicht verstehen wie einige sich über solche Angebote aufregen. Das sind dann entweder Leute, die schon so bekannt sind, dass sie viel tollere Angebote bekommen oder die, an denen sowas irgendwie vorbei geht.
am 29. November 2009 um 16:40 Uhr.
Das hier war meine Antwort an die Dame:
“Hallo XY,
sei mir bitte nicht böse, aber diese Anfrage muß ich leider ablehnen. Ich bin der Ansicht, wer etwas aus Überzeugung spenden möchte, der tut das auch so. Dann verlinke ich auch gerne auf bestimmte Aktionen, wie z.B. die “Sozialhelden e.V.”, auf die ich am 6. Oktober hingewiesen hatte.
In Deinem Fall läuft es aber auf Werbung für Deinen Shop und somit auf erhoffte Umsatzsteigerung hinaus, von der in allererster Linie Du selbst profitierst. Da wir uns nicht einmal persönlich kennen, bin ich zu dazu in meinem Blog nicht bereit, tut mir sehr leid.
(Grußformel)”
am 29. November 2009 um 16:47 Uhr.
PS: Mir wurde übrigens kein Gutschein, sondern irgendein Damenduft angeboten, den ich nicht kenne. Parfum auf blauen Dunst zu verschenken, finde ich irgendwie… merkwürdig. Gerade eine (selbsternannte?) Fachfrau sollte wissen, daß das böse in die Hose gehen kann.
am 30. November 2009 um 16:15 Uhr.
Ich habe diese Parfümdusche auch abgelehnt, werter Herr Phil, aber mit deutlichen Worten. Dreimal habe ich die gleiche E-Mail bekommen und dreimal hab ich kein Wort geglaubt.
Herzlich und find Sie auch so dufte
Ihre FrauvonWelt
am 30. November 2009 um 17:06 Uhr.
Das Votum wie auch die Meinungen sind wohl klar :) Da ich die Mail aber mehrmals bekommen und mich gespammt fühle, bin ich gerade am Überlegen, ob ich auf dem Shop ein wenig herumhacke - der ist nämlich alles andere als dolle … ;-)