Verrückte Zeiten
Momentan komme ich mir vor wie eine Frau morgens vorm Kleiderschrank. Zumindest so ähnlich. Ich habe nix zum Anziehen, sinnbildlich gesprochen, obwohl sämtliche Schrankböden und Bügel vollgestopft sind mit Klamotten. Zeit wird schier endlos verplempert mit der unmöglich erscheinenden Auswahl, welche eigentlich binnen Sekunden erledigt sein könnte. Aber anscheinend will ich das nicht, nicht für mich selbst und wohl erst recht nicht für wen auch immer in meinem Leben, so wie es diese Sekunde gerade ist.
Beiträge produziere ich seit Wochen fast wie am Fliessband, aber immer nur in Fragmenten. Gedanken, Ideen und Kreativgut, welches unausgegoren im Editor zwischengespeichert vor sich hin dümpelt und in ihrer Gänze noch weniger Sinn zu scheinen machen, als schon im Einzelnen betrachtet. Die Kopfmaschine auf meinen Schultern rattert, aber ein paar Zahnräder in ihr scheinen entweder nicht mehr gut ineinander greifen oder sogar ins Leere zu drehen.
Dabei müsste ich mir zur Zeit kaum Gedanken um irgend etwas machen; vieles läuft prima, einiges davon sogar so gut wie noch nie in meinem Leben. Anscheinend funktioniert mein Kopf aber immer nur dann richtig, wenn ich mir Gedanken machen muss. Klingt verrückt und ist es sicher auch ein wenig, nur - wenn es in meinem Kopf hakelt, hat das auch Auswirkungen auf mein Handeln. Und somit auch auf meine Mitmenschen.
So auch zum Beispiel beim Thema Frauen. Was da gerade so abgeht bei mir. Denn dieser Beitrag hier sollte im Ursprung ein Bericht über so ein paar Frauen aus meinem (auch früheren) Leben werden, den ich aber besser mal fallen lasse, weil fast alle involvierten Akteurinnen auf diesen Seiten hier mitlesen. Und so verrückt bin dann auch wieder nicht zu riskieren, mit dem Absatz eines hochhackigen Damenschuhs im Auge des Morgens tot in der Altstadtgosse gefunden zu werden.
An anderer Stelle stellte ich mich in der letzten Zeit an wie die Fudd beim Heiroppe (=“sich zu blöd anstellen“); zierte mich wie ein kleines Kind, taktierte hin und her, zickte immer so ein wenig herum, nur um aus mir bislang unerfindlichen Gründen jemanden nicht näher an mich ranzulassen. Und als es dann trotzdem endlich mal soweit war, sich in die Augen zu sehen, hatte sie sich kurz vorher in einen anderen Kerl verguckt. Weil Mister Mad Mind zu blöd ist und war, die Blümchen am Wegesrand zu erkennen und zu pflücken, die da so für ihn wachsen.
Bei anderen Dingen in meinem Leben wiederum passierte monatelang nichts. Null, nothing, niente. Und dann? Wie aus dem Nichts schwappen plötzlich jene Dinge in einer Hülle und Fülle über mich hinein, dass ich fast zur Unfähigkeit verdammt bin, auch nur ein einziges unter ihnen halbwegs geregelt zu bekommen. Verrückt, gelle? Aber so ein wenig Kopfchaos hat auch was Gutes, da man sich den Momenten der Normalität von Verrücktem trennen kann, welches in Zeiten der Normalität ersonnen wurde. Zwei private wie auch berufliche Projekte habe ich nämlich endgültig auf Eis gelegt. Weil ich nämlich mit dem Klammersack gepudert sein müsste, wenn ich das durchziehen wollte.
Alles klar jetzt, liebe Leserschaft? Dann ist es ja gut. Und dieser wirre Beitrag hat nichts mit dem aktuellen Kalendermonat zu tun. Oder dem Mond. Oder der Tatsache, dass ich bald ein Jahr älter werde. Nein, nein - ganz sicher nicht!
Phil
Wer übrigens rausbekommt, weshalb ich dieses Gefasel überhaupt in den Blog gehängt habe, dem spendiere ich am Samstag einen Gin Tonic. Der Dame natürlich einen Cremant, wenns passt…

am 17. November 2009 um 12:18 Uhr.
Was soll man denn da rausbekommen.
Ich hätte da ja so ne Idee, aber die kann ich hier nicht schreiben ;-)
am 17. November 2009 um 17:11 Uhr.
@Sookie: Ne, ne… ;-) DU liegst falsch :)
am 18. November 2009 um 12:07 Uhr.
Ach echt? Du weißt doch gar nicht was ich meine??