[frag:los]

da sind sie wieder, jene momente, in denen du fragen stellst, dir selbst, deinen freunden ohne diese jedoch direkt anzusprechen, dem nichts, einfach nur allem. du versuchst eine antwort oder mehrere zu finden, darauf, weshalb du schreibst, du bist, inzwischen dem heute näher als dem vergangenem vielleicht entsprichst. und haderst gleichzeitig, weil in jenen momenten du wohl eher der fiktion, deinen wünschen und vorstellungen entgegenkommst als der brutalen realität, welche dich allenthalben umgibt.

der grenzgänger bist du, flüstert dir diese so wohlbekannte stimme in deinem inneren zu, tänzelnd auf dem schmalen grat zwischen schein und sein. dann schiessen dir tränen in die augen ob der schier nicht enden wollenden suche nach antworten, um endlich ein echo von dem rufen in die tiefschwarze finsternis, deinem schrei bis hinter die barriere der unendlichkeit erklingen zu hören.

es sind jene momente, in denen du neben dir stehst und du dir trotzdem näher bist denn je; just mehr als nur du selbst bist als in all jenen augenblicken, die für sich belanglos, nie hinterfragend, die du mit dir und deinen mitmenschen verbringst. es sich das leise gefühl erster erkenntnis, dem wissen um das warum herauskristallisiert und du deine bestimmung wie auch die suche nach dem ich wie so oft verfluchst. du schaust in den spiegel und siehst die tränen, wie sie langsam die wangen hinabrinnen; nach unten, über dein kinn hinwegfallend ins nichts, der bedeutungslosigkeit entgegen.

die innere uhr, sie tickt erbarmungslos weiter, während die summe deiner fragen längst jenen wert überschritten hat, der sich aus der anzahl deiner bislang für dich gefundenen antworten errechnet. während du dir nun die salzigen reste der unkenntnis unter den augen wegwischst und in den fragenden blick deines gegenübers starrst, verlässt du langsam jenen moment, um zu dem zu werden, wie es die anderen von dir erwarten. in jenem lautlosem gleiten vom sein in den schein stellt sich dann nicht mehr die frage nach dem schreiben und dem ich, sondern hält dieser kurze lidschlag lediglich eine einzige antwort für dich parat, nämlich dass es vielleicht besser ist, einfach keine fragen mehr zu stellen.

phil

2 Kommentare zu “[frag:los]”

  1. Pssst!

    uff, harte kost am frühen morgen. aber ich denke, lieber phil, daß solche momente jeder hat und die salzige unkenntnis auch trocknet und der tag danach schon wieder besser aussieht.

  2. eigenart70

    danke vielmals!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!1

    weiss nicht was ich sagen soll,

    ja, es ist wirklich besser, keine fragen mehr zu stellen!

    ich danke dir für den text!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    wenigstens du weisst, wie ich mich fühle…..

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