[dis:tanz]

Phil am 13. Juni 2013 um 00:05

Wie lange ist es her, dass ich hier was geschrieben habe??? Gefühlt eine Ewigkeit. Zu schreiben bedeutet angreifbar zu sein, egal was da schwarz auf weiß steht - man liefert sich aus. Wem oder oder was auch immer, zementiert in Wort und Bild für all jene, die einem nicht die Butter auf dem Brot gönnen.

Aber das ist eine andere Geschichte, ich verfolge gerade die Trennungsgeschichte eines mir persönlich nicht ganz unbekannten Bloggers. Heirat vor einem Jahr, nun Trennung, Schluss, Aus, nichts mehr. Wolfsgeheul in seinem Blog, welcher eigentlich von mir inhaltlich tot geglaubt war. Wie so viele personalisierte Webseiten aus meinem Feed, die zugunsten flacher Posts in profanen wie auch sozialen Netzwerken, Kurznachrichtendiensten etc. pp. flöten gingen.

G.’s Texte in seinem Blog sind Ventile der unerhörten Lebensfragen und ich kenne jene nur zu gut und ich hoffe, dass Sie ihm nur allein schon durchs zum Papier bringen helfen. Unabhängig zum Bezug seiner Person seiner selbst. Denn jenes “Luftmachen” war ja auch mal bei mir hier im Blog Gegenstand und hatte irgendwie geholfen, also mir.

Also Kumpel der geschärften Klinge - hau weiter rein, was da eben läuft, es ist eben das Leben. Der Bombay Sapphire steht kalt, falls Du mal wieder in unserer alten Heimat verweilst.  Auch wenn uns distanztechnisch wie auch sonst Welten trennen mögen.

Phil

Freund & Feind

Phil am 20. Februar 2013 um 00:08

sunsml01

Bedanken will ich mich heute nur mal bei all jenen, die hier dem Blog die “Stange halten”. Leider ist es so, dass es inzwischen subversive Elemente in meinem privaten Umfeld gibt, die Beiträge mit real-fiktivem Inhalt aus diesem Blog nehmen, diese ausdrucken und dazu nutzen, mir Schläger auf den Hals zu hetzen. Meine Worte aus jenen Artikeln dahingehend verdrehen, um Stimmung gegen mich zu machen, um mir zu schaden. Meinen Freunden zu schaden. Mir Gewalt antun wollen.

Das raubt mir langsam die Lust, zu schreiben, insbesondere hier im Blog, da jedes Wort von mir inzwischen als Affront gegen alles und jenes interpretiert wird, als Waffe gegen mich und meine Freunde verwendet wird, um intellektuell weniger bewanderte Mitbürger dahingehend zu motivieren, mir aufs Maul zu hauen. Sie diese zum Beispiel in unsere Musikkneipe ins Gewölbe zu schicken, um mal den “Laden aufzumischen”, den meine Freunde und ich mit viel Liebe und Einsatz inzwischen zum Erfolg geführt haben.

Neid, Hass, Missgunst. Nie hätte ich gedacht, dass sich so mancher Bekannter von mir auf diesen Level billigsten Konkurrenzverhaltens begibt und geschäftliche Präferenzen über ethische Prinzipien stellt. Ist aber so. Und so lange dies so sein wird, werde ich hier darüber schreiben, denn die geld- wie auch konkurrenzgeile Mischpoke liest hier ja mit und wird weiterhin jegliches Handeln von mir und meinen Freunden torpedieren.

Mag sein, dass dieser Stress, diese gewisse Angst vor körperlichen Übergriffen momentan mein Schreiben hier hemmt - aber es hindert mich nicht daran, beim nächsten mal Butter bei die Fische zu tun und Ross und Reiter zu nennen. Nicht mehr zwischen den Zeilen zu schreiben. Denn dann muss nicht nicht mehr interpretiert werden, dann wird Tacheles geredet.

Phil.

Der 2.2. droht.

Phil am 1. Februar 2013 um 00:04

Und damit der Trafficgau auf meinem Blog. Entgegne heute diesem einfach mal mit einem sinnlosen Beitrag wie diesem.

Für alle Suchenden nach “Murmeltiertag” und ähnlichen Begriffen am 2. Februar:

Wir, also eher ich, finden es absolute Kacke, ein Jahr lang in einer dunklen Holzkiste zu stecken und dann von so einem befrackten Arsch zu lauter Dickebackenmusik  aus jener heraus gezogen zu werden.  Um vor einem Pulk aus gröhlenden, betrunkenen Zweibeinern sowas wie eine Wetterprognose abzugeben. Vor einer besoffenen Meute, die seit Jahrzehnten nicht bemerkt, dass sie verarscht wird, wenn ich meinen Schatten nicht sehen würde und am liebsten allen Deppen jenes Festes konstantieren würde, dass sie selber einen Schatten haben und diesen bitte zu pflegen hätten.

Also trollt euch bitte, geht nach Hause zu Euren Partnern, denn so manche menschliche Beziehung ist der wahre Murmeltiertag!

*zwinker*, Phil

Der 2. Geburtstag ist mir wurst!

Phil am 31. Januar 2013 um 14:16

aik_geb2_sml1

#aufschrei ? Fickt Euch!

Phil am 30. Januar 2013 um 21:44

[modus=polemik:on?]

Seit Tagen verfolge ich die Debatte über “Sexismus” in Print- und Online-Medien; angezettelt von einer Journalistin des Sterns (Laura Himmelreich), weil ein gewisser Herr Brüderle (als per se potentieller FDP Vorsitzender) diese ihrem Wortlaut nach “angemacht und belästigt” habe. Ah ja. Und. Eigentlich… wollte ich mich nicht zu diesem Thema hier im Blog äußern. Um nicht Teil jener Welle zu sein, die derzeit durch die Medien schwappt. Vor allem vor dem Hintergrund, dass ich derzeit meinen Blog recht wenig aktualisiere, weil ich andere gesetzte und für mich wichtige Prioritäten wahrnehme. Dinge im Leben wahrnehme, nach ihnen handele, versuche -wenn auch nur im Kleinen- ein paar Dinge in meinem mich umgebenden Mikrokosmos derart zu gestalten, dass die dort drin lebenden Menschen sich wohl, vielleicht aufgehoben oder z, Bsp. verstanden fühlen. Jene, die mich privat kennen, wissen darum. Kultur an Frau / Mann zu bringen, Burn-Outs zu vermeiden, kulinarisch zu experimentieren oder einfach mal den lieben Herrgott einen guten Mann sein zu lassen. Bewusst verzichte hier auf Verlinkung zu jeglichen Artikeln, Kommentaren oder Blogeinträgen etc., da sie in der Sache nichts bewirken. Außer Aufmerksamkeit.

Beide Seiten haben in der allgegenwärtigen Diskussion zum “Thema” irgendwie recht. Angegrapschte Frauen, Mobbing im Berufsleben, wichsende Männer vor Pornos, unverstandene Softies, die das Weib als solches verteufeln. Und so weiter, und so weiter… Die Spielarten in all jenen öffentlich geführten Diskussionen sind derart vielfaltig, dass eine dedizierte Verlinkung / Nennung der jeweiligen Quelle die Rahmen meines Blogs und dieses Statements sprengen würde. Ich spreche hier niemanden dessen Meinung ab, verurteile dessen Standpunkt - bitte einfach nur darüber einmal nachzudenken, weshalb eben jene “Brüderle-Wellen-Sau” durch die Öffentlichkeit getrieben wird, anstatt sich auf die eventuelle Triebfeder (Wortwitz!) zu fokussieren.

Mit diesen “Shit-Storms” dank PC, Mobile Web, Smartphones, PDA’s und und und ist es einfach geworden, einzelne Personen zu diskreditieren, sie fertig zu machen. Man muss nicht mehr einen fundierten Leserbrief schreiben, einen gut recherchierten Artikel oder so “zur Sache” in den Umlauf zu bringen - Nein! Man twittert z. Bsp. mal schnell was, um mit minimalem Aufwand maximale Aufmerksamkeit zu erzielen. Eine persönliche Ansicht als Pseudo-Fakt einer breiten Masse deklarieren, um der eigenen Unscheinbarkeit mehr Visibilität in der Gesellschaft zu verschaffen. Einer Gesellschaft, die sich inzwischen immer mehr egoistischen Interessen anstatt gemeinschaftlichen und der aus ihnen resultierenden Verantwortung verpflichtet fühlt.

Haut einfach weiter nur drauf! Jack Wolfskin, von Guttenberg, Jako, Schavan, Nestle und so weiter und so weiter… Egal ob Person oder Institution, der nach “Recht” und “Gleichheit” und “Nach-was-auch-immer” schreiende Mob diktiert derzeit in seiner Meinung die omnipräsenten Medien. Pusht die Auflagen; die Klicks. Der mediale Gesellschafts-Hitler³ versucht die Meinungs-Macht an sich zu reißen, ohne zu bemerken, wie erbärmlich jenes Unterfangen ist. Wie erbärmlich eigentlich dessen eigene Position im globalen Miteinander in der interdisziplinären Gestaltung unserer Gemeinschaft ist.

Syrien? Interessiert nicht. Ein Po-Grapscher bringt mehr Aufmerksamkeit! Kinderarmut in Deutschland? Die Geissens sind wichtiger. Korruption geht mal gar nicht, Hauptsache meine Versicherung zahlt für den Betrug, den ich selber zu vertuschen suche. Bei der Steuererklärung zu bescheißen ist Volkssport, einen Hartz IV’ler (wie derzeit mich) zu diffamieren und sein Dasein zu diskriminieren, ist latentes Gewohnheitsrecht in unserer Gesellschaft. Jeder Bedürftige ist ein Sozialschnorrer, jeder Kranke eine Last für meine Krankenversicherung und die schon heute intensive Pflege alter Menschen reduziert in der Zukunft den Komfort meiner eigenen, möglichen Demenz. Einzelne Menschen, einzelne Institutionen sind angreifbar. Letzteres kommt von “greifen” können. Man kann sie in den Fokus des eigenen wie auch des öffentlichen Interesses rücken, man kann sie heutzutage fertig machen. Jeder halbwegs technisch und demagogisch versierte Journalist, Blogger, Kommentator … kann auf einer breiten Plattform der individuellen Wahrnehmung sein mehr oder weniger konstruktives Gedankengut publizieren.

Von all jenen, die jegliche dieser informell meinungsmachenden Plattformen wahrnehmen, wird ein mentaler Gleichschritt in der Gesellschaft  insistiert, der von allgemeinem Interesse zu kunden scheint. Nein, sage ich, denn Ziel kann es nicht sein, die Macht der neuen Medien zu ersetzen durch die egozentrische Präsenz am Stammtisch der lokalen Dorfkneipe des Heimatorts. Nur, dies wird viel zu häufig verwechselt. Selbst durch “erfolgreiche” Publizisten in welchem Medium auch immer. Der Aufschrei des Einzelnen bringt mehr Aufmerksamkeit, als die differenzierte Auseinandersetzung mit einem Thema, einem Sachverhalt und insbesondere mit einer Person, Institution.

Ob Sexismus-Debatte oder was auch immer auf klar fokussierbare Dinge - der Mob richtet, der Mob wird es richten. Vor den wahren Problemen (Parteiensystem, Lobbyismus, Waffenexporte, Staatsüberschuldung …. UND UND UND!!!!) wird gekniffen. Keiner packt es an - darum lasst uns auf den scheinbar Kleineren, leichter angreifbaren oder eh in der Öffentlichkeit nicht Unumstrittenen herumhacken. Weil es euch gut tut. Eurem verdammt verfickt wichtigen Mikrokosmos aus euren nur auf euch selbst projiezierten Wertevorstellungen. Danke.

#fickteuch

Phil

[modus=polemik:off?]

[frak:tale]

Phil am 23. Januar 2013 um 00:23

frktl01
Zwei Jahre sind vergangen, vielleicht auch drei. Gefühlt wohl ein halbes Jahrhundert - wenn dies so reicht. So innerlich, gefühlt. Jener Hof mit seinen Fenstern existiert nicht mehr, kein Licht mehr gegenüber in jenen Fenstern aus Hoffnungen und Fragen, noch nicht mal in verschwommenen Rechtecken, gebildet aus ihren Lichtern oder Schemen. Ob hell erleuchtet, dumpf schimmernd durch deren Vorhänge hinter den Scheiben oder auch nur als vage Geometrie ihrer Fensterrahmen im Schein der Laternen des Hofes erkennbar, haben sie sich alle in ihrer Summe wie Fraktale vor meinen Augen, in meiner Erinnerung, zu einem unstrukturierten Gebilde aus Mosaiken zusammengesetzt, die wie ein schlecht gebasteltes Kaleidoskop aus Fernost wirken. Sich ständig ineinander drehend, immer wieder. Immer wieder.

Wie so ein aus billigem Plastik gebastelten Drehrohr klebt es vor meinem Auge, meinem Inneren, durch jenes geblickt in die eigene Wirklichkeit, Erinnerungen und Perspektiven durch simples Drehen am Rad des Rohres zu einem Besserem, welches sich vielleicht wie auch wenden mögen… nein … emotionale Fraktale eignen sich nicht als Fundament einer anderen, womöglich besseren Zukunft. Einem besseren Sein, einem anderen Schein. Bunte Fragmente aus Erinnerungen ergeben in ihrer Summe kein sinnvolles Ganzes, erzeugen nur Fragen von, besser zu, Jenen, deren Horizont sich auf das Drehen ihrer Phantasie am kleinen Kaleidoskop ihrer eigenen Wahrnehmung und nicht des Erlebens ihrer selbst aus dem selbst Wahrgeommenen fokussieren.

Eigenes Handeln in elementare Teilstücke herunterbrechen, in Fraktale. Versuche, so eigene Anstrengungen, nicht im Ganzen zu handeln, sondern nur in jenen Momenten, die - zuweil bruchteilhaft gefühlt- mich, vielleicht andere, voranbringen. Wenn lediglich drei, vielleicht ein paar mehr, von x-Fraktalen in ihrer Summe ein in sich schlüssiges Bild für sich ergeben, anstatt das zusammengebastelte Bild anderer Leute es als das Kaleidoskop Ihrer Werte betrachten. Wir sind nur wir, Du bist nur bist nur Du. Du selbst.

Und trotzdem, wenn auch nur in Bruchstücken, ist da seit geraumer Zeit ein Fenster. In einem anderen Hof, als ein anderes Licht. Ein Fragment mehr, in diesem einem Leben. Ein Fraktal, außerhalb des Erwartetem. Ich müsste jetzt nur noch in die richtige Richtung drehen…

Phil

Teil 1 || Teil 2 || Teil 3 || Teil 4 || Teil 5 || Teil 6 || Teil 7 || Teil 8 || Teil 9 || Teil 10 || Teil 11 || Teil 12 || Teil 13 || Dieser Beitrag stellt Teil 14 dar.

[eigent:lich]

Phil am 10. Dezember 2012 um 18:00

Eigentlich verlinke ich kaum noch vom Blog. Irgendwo hin. So auf Websites, Blog- oder Twittergedöns. Aber Elisbath Ranks Blogeintrag zur Suche nach einem Partner für ihren Opa, da muss ich es einfach mal tun. Wir werden ja alle mal älter. Und vielleicht einsamer.

Wer von Euch aus Berlin und Umgebung für den Grandpa von Elisabeth vielleicht ein Alter Ego kennt, melde sich einfach bei ihr.

Um was es geht? Steht hier!

Phil

Microsofts neue Blog-App

Phil am 27. November 2012 um 14:30

windacht Vor wenigen Stunden hat der Rechtschreibpunk im Fratzenbuch gepostet, dass er von Microsoft Post bekommen hat und ihm angeboten, dass er unter Windows 8 eine eigene App haben könnte. Auf die Schnelle fand ich die Idee nicht so prickelnd, da mein erstes Fazit diese Offerte als eher nutzlos betrachtete.

Nun habe ich diese Mail auch bekommen und hätte sie wohl ohne sie zu lesen als Spam ins virale Nirvana gekickt, wenn wie gesagt der Peter dazu nicht Fragen gehabt hätte und den Absender bei Microsoft verifiziert lassen hatte. Der Oliver Scheffert als Senior Audience Marketing Manager bei Microsoft hat in einer nicht allzu “aufdringlichen” Mail dafür geworben, dass ich unter dem neuen Windows 8 (als Betriebssystem für mobile Geräte und PCs) kostenlos eine eigene App für meinen Blog bekäme, lediglich einmalig 37 Euro (netto) wären für mich als “Anbieter” der App für die Anmeldung im Store fällig. In Olivers Mail sind diverse Vorteile für mich gelistet, auf die ich in ihrer Gesamtheit nicht eingehen werde, aber jene, die für mich als Blogger von Relevanz sind, hier kommentieren.

Zum einen könne ich mit dieser App Geld verdienen, entweder diese als kostenpflichtige oder beworbene und somit kostenfreie App in Microsofts Store einstellen. Das hört sich gut an, aber da ich nicht auf Klicks und Reichweite geil bin, sondern meinen Blog eher als nettes Hobby betrachte, um die schreibenden Hirnzellen auf Trab zu halten, für mich also persönlich eher nicht von Interesse. Wenn käme für mich nur die werbefinanzierte Variante in Betracht, wobei hierbei noch unbekannt ist, wie jene Werbung aussähe. Nervige kleine Banner wären ein K.O-Kriterium, da diese für mich generell die visuelle Haptik von Webseiten stören. Egal auf welchen Gerät und unter welchem Betriebssystem. Falls die Werbeform akzeptabel wäre, dann freue ich mich schon auf die geschätzten trafficindividuellen 50 Cent pro Jahr und meinen ROI , der ungefähr im Jahr 2087 erreicht wäre. Vor Steuern, nach Exitus meinerseits.

Weitere hätte ich laut Oliver einen Zusatznutzen für den Blog, da Inhalte unter Windows 8 noch zielführender und intuitiver genutzt werden könn(t)en. Oha. Hier spitzt der Nager die Ohren, denn eigentlich möchte ich für meine Inhalte gerne selbst verantwortlich sein und die Zielrichtung meines Contents gerne allein bestimmen. Und die Intuitivität ist abhängig von dem Design der App und da bin ich der Pingeligste (als gelegentlicher Designer von GUI s) vor dem Herren.

Die meisten Apps, deren Content einer Webseite zugrunde liegen und deren Informationen “kompakt” insbesondere auf Smartphones dargestellt werden, empfinde ich als mißlungen. So z.B. ist die App von KickerOnline grottig, die Webseite gerade mal so auf einem Tablet lesbar. Für fast alle von mir favorisierten journalisitischen Angebote im Web habe ich keine einzige App (mehr) am laufen. Fehlende Übersichtlichkeit, grottige Menüführung, Darstellung oder z. B. die Kosten sprechen gegen eine Installation auf dem Smartphone. Wieso also Geld für etwas bezahlen, dass ich aus Verärgerung eh bald wieder deinstalliere? (Lediglich die App von N-TV akzeptiere ich derzeit …) Und auf meinem 10er Tablet surfe ich die Webseiten direkt an, da brauche ich derlei Apps nicht.

Da bin ich mal gespannt, wie Microsoft die blogindividuellen Apps umsetzen wird. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Bloganbieter unterschiedliche informationstechnische Formate haben, es selbst gehostete Seiten mit unzähligen Layouts gibt, die mehr oder weniger komplex sind und oft eine Art Markenzeichen eines Blogs darstellen. Wie gerade soll jener Wiedererkennungseffekt als App umgesetzt werden? Das kann man nicht individuell für schlappe 37 Öronen pro Website machen, ohne dass man lediglich standardisiert Blogcontent und Kommentare aus den Seiten liest und die in ein einheitliches Framework für Apps presst. Ich glaube nur allein um das genauer zu wissen, werde ich mehr Infos dazu bei Oliver per Mail abrufen.

Zu guter Letzt spricht Microsoft von einer erweiterten Sichtbarkeit für den Blog über den Windows Store und damit die Chance weitere Leser zu gewinnen. *hüstl* … Abgesehen mal davon, dass Win8 viel zu spät auf den Markt für mobile Betriebssysteme kam (sie haben es verpennt!) und der Anteil an diesem Markt irgendwann schätzungsweise 10% betragen wird - zwar nicht erst wenn ich meinen vorstehend erwähnten ROI erreicht habe, aber die nächsten 3 Jahre, liebe Microssofties, wird das wohl mit über 10% nix werden! Visibilität hängt auch von der Menge der User ab und da haben die Mackies und Googlies derzeit eben die Masse an potentiell neuen Lesern und pinocchiomäßig weit die Nase vorn.

Und wie man in einem App-Store neue Leser gewinnen will, ist mir völlig schleierhaft. Große Blogs könnten das erreichen, indem sie in Downloadcharts etc. weit oben (in einer eigenen Rubrik!) positioniert sind - aber die Masse der Blogs mit durchschnittlichen Leserzahlen, Nischenblogs mit speziellen Themen für eher kleinere Interessentkreise fällt in so einem Store nicht auf. Wenn müsste jeder Blogbetreiber da selber die Werbetrommel rühren, dass wird im Falle einer vermurksten Umsetzung der Blogger-App wohl eher nicht geschehen.

Ein endgültiges Fazit werde ich erst ziehen, wenn ich konkretere Informationen erhalten habe. Auf den ersten Blick allerdings ist eine derartige App nur was für trafficintensive Blogs und dann auch nur, wenn die Realisierung blogindividuell, durch viel Verzicht auf GUI-Schnickschnack einfach zu handeln und grafisch dahingehend ansprechbar ist, indem einerseits ein optischer Bezug zur Webseite gelingt und andererseits die Lesbarkeit nicht leidet.

Phil

Vom Wichtigmännchen

Phil am 14. November 2012 um 20:27

Seit einigen Monaten bilde ich mir ein oder vielleicht ist es ja wirklich so, dass mich eines dieser kleiner Wichtigmännchen verfolgt. Egal wo ich mich gerade befinde, sei es bei mir daheim oder irgendwo draussen in der Stadt, sogar im Internet - überall springt dieses kleine Wichtigmännchen um mich herum. Hüpft unter einem filzenen Hut in seinem bunten Beinkleid von einem Füßchen auf das andere, reckt permanent eines seiner filigranen Ärmchen empor ohne dabei zu vergessen, unablässig zu plappern und mit ausgestrecktem Zeigefinger zu wedeln.

Wenn mir das Gehabe des Wichtigmännchens gar zu bunt wird, dann frage ich es, was denn diese Art von Tanz um mich herum solle. In diesem Moment fängt es sofort an laut zu schreien und hampelt noch doller umher als sonst es geschieht. Kreischt ohrenbetäubend mit sich fast überschlagender Stimme, schneidet mir mitten im Satz das Wort ab, meint ich würde das eh alles nicht verstehen und überhaupt wäre des Männchens Dasein ohne mich auf dieser Welt eh ein viel besseres. Spätestens wenn der kleine Troll dann an diesem Punkt der Argumentation angelangt ist und ich ihm entgegene, weshalb es denn einfach nicht von mir ließe, wenn ich so schlimm für dessen Gegenwart sei, spätestens dann wird das kleine Wichtigmännchen ganz traurig.

Blickt an mir hoch, verdreht ein wenig die Augen, schränkt die Fingerchen zusammen, um die Handflächen gebeugt nach unten zu drücken und seufzt, dass es ohne mich doch nicht existieren könne. Meist erschrickt dieser Troll dann ein wenig ob seiner Worte, blickt hastig hin und her, wohl aus Angst, dass jemand Anderes dieses Eingeständnis hätte hören können. In Sicherheit der trauten Zweisamkeit flüstert es mir dann zu, dass es eigentlich noch sehr viel weniger wisse oder könne als ich, aber dies und alles andere es halt über mich behaupten müsse, um unter all den anderen kleinen Wichtigmännchen als eines der größten und wichtigsten unter ihnen zu gelten, wenn nicht sogar, um der König aller Wichtigmännchen zu sein.

So so, sage ich dann oft, halte während dessen meine eine Hand nachdenklich unters Kinn und frage leise in das von ruppigen Bart umwachsene Ohr des Trolls, ob denn die anderen Wichtigmännchen der gleichen Meinung seien, dass es aufgrund seines Gebarens das wichtigste und schlauste Wesen von ihnen sei. Seufzend dreht sich dann immer sein Köpfchen langsam zu mir herum und das kleine Wichtigmännchen schüttelt es wie in Zeitlupe hin und her. Frage ich den Kleinen weiter, woher er denn wisse, dass all die Anderen seine ganze Mühe, mit Gerede, Gehampel oder andere Lästigkeiten über und um meine Person herum Aufmerksamkeit zu erzielen, so einfach ignorieren, dann seufzt das kleine Wichtigmännchen nur, das wäre halt so, weil mir sein Treiben total am Arsch vorbeiginge und jenes Belächeln der Trollerei meinerseits daher kaum von Interesse für die anderen Wichtigmännchen sei.

Danach trollt sich das kleine Wichtigmännchen regelmäßig und bleibt für ein, zwei Wochen oder (wenn ich Glück habe) auch etwas länger verschwunden. Derweil sitze ich in meinem Sessel, schaue durch das Fenster auf das Treiben in den Strassen der Nachbarschaft hinaus, kraule den Husky oder blättere im Internet und warte, bis das kleine Wichtigmännchen irgendwo erneut auftauchen wird. Hole mir aus dem Kühlschrank ein kühles Flens, zünde mir eine Lucky an, lehne mich im Sessel zurück und denke manchmal darüber nach, ob es da draußen weitere Mitmenschen gibt, die auch von einem dieser kleinen Wichtigmännchen besucht werden. Und wenn ja, ob es ihnen auch schnurz ist, was diese Trolle in die Welt hinaus tröten. Dann lächele ich vor mich hin, ziehe tief an der Kippe, lehne mich noch weiter zurück und lausche dem *plop* in meiner Hand und der Musik in meinem Kopf.

Phil

[home:run]

Phil am 11. November 2012 um 20:13

So. Nach vier Monaten endlich eigene vier Wände um mich herum. Komisches Gefühl, gemischte Gefühle. Und immer noch kein Ende diverser Baustellen im Leben in Sicht, auch wenn es langsam wieder Fahrt aufnimmt. Da hilft es auch nicht mit den Fingern auf der Tischplatte zu trommeln. Obwohl - ein wenig Musik würde helfen. Und wenn es eben mal nur so das coole Dubstep-Video vom Sascha ist, dem Sohn einer Freundin und seines Zeichen der erklärte Feind aller (gespannten!) Trommelfelle.

Stay tuned, hier wird es langsam es wieder munterer im Blog! Und sonst so auch, YEAH!

Phil

[k:ke]

Phil am 16. Oktober 2012 um 21:59

Man schreitet durch das Leben, so sein Leben, sein eigenes. Manchmal entrückt der Realität, sein Umfeld, das Reale ignorierend, hieraus Kraft schöpfend für das Kreative. Und dann, ja dann holt einen irgendwann diese Welt wieder ein; Gedanken, Träume verflüchtigen sich und das einen umgebende Ist walzt jeglichen Ansatz im Schaffen, des Neuen oder gar der Kunst platt, nur um voran zu schreiten, Kraft für die nächste Phase des Entrücktseins zu tanken.

Beides hat seinen Charme … träumend durchs Leben zu wandeln oder im Leben den Wandel zu erfahren. Dumm nur, falls man unvorsichtigerweise beim Übergang von einer jener Stimmungslagen in die andere den Halt, seine innere Waage verliert und zwischen diese beiden Welten fällt, tief hinab und nicht wissend, auf welcher Seite man sich wieder hoch ziehen sollte, um dem gefangenen Ich wieder eine Richtung aufzuzeigen oder den Neubeginn zu wagen.

zur Zeit stehe ich hier und schaue nach oben. Rechts? Links? Oder das Tal dazwischen durchschreiten. Echt Kacke. Mann!

Phil

Kopfgeschosse (92)

Phil am 3. Oktober 2012 um 22:17

Solange bestimmte Ideale die Triebfeder meiner Motivation sind,
bleibt die Bremse auf der Suche nach der Bestimmung angezogen.

Phil

Lampenfieber

Phil am 28. September 2012 um 09:20

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Keine 12 Stunden mehr bis zum ersten Probelauf. Rund 100 eingeladene Gäste werden kritisch unter die Lupe nehmen, was meine freunde und ich in diesem Gewölbekeller die letzten Wochen und Monate auf die Beine gestellt haben. Bammel, denn wie so oft fehlt immer irgend etwas so auf den letzten Drücker. Oder wurde seitens der Lieferanten vergessen. Oder geht was kaputt wie bei uns der Großteil der Lüftung. Alles muss die nächsten Stunden noch in Ordnung gebracht werden. Ach ja, Gläser fehlen. Und Bierdeckel. Und ab 20 Uhr bestimmt etwas ganz wichtiges, woran vorher nur kein Mensch in den hunderten Stunden an zurückliegender Planung gedacht hat.

Na ja. Wird schon schief gehen.

Phil

Herbst.

Phil am 11. September 2012 um 20:44

Madame Lila fragt in diesem Beitrag, was man so an der gerade einsetzenden Jahreszeit liebt. Als Hundebesitzer werfe ich normalerweise Stöckchen, Frau Lilas geworfenes fange ich ausnahmnsweise mal auf. Also, was ich am Herbst liebe…

  • … seinen Geruch, den Geschmack seines Atems,
  • … feuchtes Blattgold von den eigenen Stiefeln zu zupfen,
  • … seine Nebelfinger, die beim Spazieren meinen Nacken streicheln,
  • … die langsam einkehrende Ruhe in den Menschen um mich herum,
  • … das diffuse Licht der Sterne am Firnament,
  • … seine Gabe, vormals schrille Geräusche ganz leise erklingen zu lassen,
  • … die v-förmigen Formationen gen Süden ziehender Vogelschwärme,
  • … die buddelnde Emsigkeit der Eichhörnchen beim Gassi zu beobachten,
  • … Blätter von der Windschutzscheibe zu zupfen,
  • … seine saisonale Küche zuzubereiten und zu genießen,
  • … im Weinberg heimlich den Frost von Trauben zu lutschen,
  • … seine Farben, mit denen er die Wolken verhüllt,
  • … er kann den diffusen Mond durch knöcherne Äste schimmern lassen,
  • … wenn der Wind meine Haare zerzaust,
  • … sich papierene Drachen zum Tanze am Himmel verabreden,
  • … sein novemberlicher Hauch ins Gesicht, der den Winter bedeutet und
  • dass mir in Biergärten bestimmte Arschlöcher nicht mehr begegnen.

Phil

*oh shit*

Phil am 11. September 2012 um 19:30

Sorry, da ich derzeit hier ein mittleres Problem mit SP*M habe, wurden heute bei meiner Bereinigungsaktion versehentlich alle Kommentare seit Juni 2012 gelöscht. Asche über mein Haupt … :-(

(JA JA, ich hätte vorher sichern sollen, aber es ging ja nur um so ein bisserl SP*M…)

Phil

Volles Galopp!

Phil am 11. September 2012 um 14:25

Volldampf, darunter stehe ich wohl zur Zeit, was auch das schludrige Verhalten im Hinblick auf mehr Input hier im Blog entschuldigt. Kurz vor einer Attacke mittels Chromaxt bin ich, was den Umzug in meine neue Wohnung betrifft. Die vermaledeite Küche steht zwar aufbaufertig da, aber sie ist eben noch nicht aufgebaut. Und so ohne funktionsfähigen Herd, Kühlschrank und anderem Gerät könnte ich zwar einziehen, müsste dann aber Wasser aus der Regenrinne saufen und mich mittels aufgebrühter Fertigterrinen ernähren. Morgen hat sich zwar ein weiterer Küchenmonteur angesagt, aber der will auch erst mal nur gucken.

Schön dass ich endlich wieder Arbeit habe, aber das Blöde daran ist, das dies mit Arbeit verbunden ist. Keine Zeit zwischendurch für einen Beitrag hier, ein Kopfgeschoss da oder ein paar interessante Links im Blog. Dafür ist die Fahrerei in die Hauptstadt des Prekariats meistens stress- und staubefreit, ein paar Meter weiter in Schlipstowncity war das früher was fürs kotzende Pferd. Immerhin habe ich in Oxxenbach jetzt den Dreh raus, wie ich beim Parken vorm Büro dem Ordnungsamt ein Schnippchen schlagen kann und nicht mehr wöchentlich mit mindestens zwei Knöllchen beglückt werde. Mein Geheimnis hierzu? Einfach mal richtig parken.

(Wir basteln uns schnell mal eine Bühne…)

Dann auch das noch - Stand heute haben wir in unserem Verein noch satte siebzehn Tage bis zum ersten Probelauf in unserer neuen Location, bis zur offziellen Eröffnung keinen Monat mehr. Und das einzige, was in dem alten Gewölbe bereits drinsteht ist ein alter Furz von mir (….ob die anderen da auch hinein flatuliert haben, entzieht sich meiner Kenntnis). Immerhin, die großen ToDos wie Bühne, Ton und Technik haben wir bereits, sind bestellt oder in der Mache. Aber der ganze Krimskrams wie Deko, Beleuchtung, Bar und Zubehör zieht sich. Ich sehe schon dass wir aufmachen und keiner hat einen Korkenzieher, Flaschenöffner und das Klopapier haben wir auch vergessen. Mit knapp 100 Leuten in der Bude.

Derzeit tagen wir im Planungsteam nahezu täglich und jeder ist andauernd mit irgendeinem Aufgabenbündel unterwegs, welches noch in Windeseile abgearbeitet werden muss. Jeder? Nein, nicht jeder, denn zwei Kollegas schippern gerade durch die Wälder Kanadas, hängen die Angelrute in diverse Seen und lassen den lieben Herrgott einen guten Mann sein. Aber das war uns ja bekannt und so muss der Rest halt die nächsten Tage ein paar Pfund drauflegen. Dafür können die beiden nicht mit entscheiden, wenn es um so elementare Fragen geht wie z.B. … ob wir für die Stehtische Hussen nehmen oder nicht und wenn ja, welche Farbe. Darüber kann man nämlich wochenlang ausgiebigst diskutieren. Immerhin nehmen wir jetzt welche, was ich persönlich etwas schischi finde für so einen Club wie unseren.

Und dann wäre da ja noch mein Hund (Name vergessen …), umzugsbedingte Behördengänge, Trolle aus Facebookgruppen schmeissen und und und. Keine Zeit mehr für nix. Aber was klage ich, alles besser als arbeitslos vorm Unterschichtenfernshen langsam zu vergammeln. Gelle? Daher wird es die nächsten Wochen hier weiterhin ruhig bleiben, aber für kurze Zwischenrufe wie diesen hier bleibt schon ab und zu noch Zeit.

So, jetzt mache ich mal Feierabend und dann ab in den Baumarkt. Antennenkabel, Spackschrauben und Gaffa Tape holen.

Phil

Wen juckt es?

Phil am 31. August 2012 um 15:42

Irgendwann Anfang der 90er Jahre war ich mit der Prinzessin im Parc Naturel régional de Verdon unterwegs. Im GTI dort rumgebummelt, voller Ehrfurcht an einem der vielen kleinen Haltepunkte rund um den Canyon gehalten und dort gebannt in die Tiefe der Schlucht gestarrt, als hinter mir unvermittelt ein “Hallo Phil, was machen Sie denn hier?” ertönte. Mit gekräuselten Nackenhaaren drehte ich mich um und die gleich wieder erkannte Stimme passte zu der vermuteten Person hinter mir - zu meinem früheren Französischlehrer. Während unserer Schulzeit hassten wir uns regelrecht, eine Lehrerkonferenz jagte die nächste wegen und während unseres Dauerzwistes um alles zwischen uns. Und fast, aber nur fast hätte diese Kanaille es geschafft, dass ich vom Gymnasium geflogen wäre. Seinen Gruß erwiderte ich nicht, stieg kurz darauf mit der Prinzessin ins Auto und ließ den Vollpfosten im Urlaub hinter mir. So oder so.

Ein paar Jahre später in Florida schlenderte ich durch Disneys Typhoon Lagoon, um mir einen Hot Dog plus Bierchen zu gönnen, als mir ein Typ entgegen kam, den ich von früher kannte, er mich aber nicht begrüßte. Ich ihn natürlich auch nicht, denn es handelte sich um jenen Arsch aus meiner nachbarschaftlichen Jugend, mit dem ich mich ständig gekloppt hatte. Wir konnten uns auf den Tod nicht ausstehen und prügelten uns bei jeder Gelegenheit. Per Saldo gingen unsere Kämpfe irgendwie unentschieden aus und hätte ich damals im Funpark keine Wurst und Bier in den Händen gehabt - ich glaube ich hätte ihm wieder eine auf die Zwölf gegeben. Einfach nur so, auch nach so vielen Jahren.

Wieder ein paar Jahre war ich auf dem Sinai des Nächstens in einem Achtmannbus unterwegs von Sharm el-Sheikh nach Kairo. Jedes noch so klapprige Vehikel mit vier Rädern erschien mir damals sicherer als der Flug mit einer ägyptischen Airline. Außerdem war diese Form des Reisens in die Hauptstadt ein echtes kleines Abenteuer, weil an jeder der zig Kontrollstationen immer etwas los war. Von der grandiosen Wüstenlandschaft des Sinai mal ganz abgesehen. An einer größeren Tankstation machten wir so gegen halb fünf morgens Rast, um zumindest eine Toilette und Waschmöglichkeit zu haben; wenn auch völlig verdreckt. Es standen dort noch ein paar andere kleine Touribusse herum und in der Schlange vor dem Waschraum begrüßte mich plötzlich die Stinkmorchel. Also diese Linda aus meinem Abijahrgang, eine Zicke, Intrigantin, Lügnerin und die linkeste Ratte vor dem Herren. Sie hätte es in meiner Schulzeit fast mal geschafft, mich und meine damalige Flamme auseinander zu bringen mit ihren Märchen. Gut dass keiner von uns auf die Stinkmorchel gehört hatte und ihr Glauben schenkte. Sie wurde schlichtweg von fast allen Mitschülern ignoriert. Den Namen hatte sie seinerzeit übrigens vom Jahrgang aus zweierlei Gründen verpasst bekommen - mangelnde Körperhygiene und alle vier Wochen eine olfaktorische Zumutung sie umgebend, wenn sie ihre Trullala hatte. Sie ignorierend trabte ich dann zurück zum Bus und betete ein wenig für die Mitfahrer in Lindas Bus - dass Linda an diesem Tag nämlich nicht ihre Trullala haben möge.

So ist es mir noch ein paar Mal passiert, dass ich an irgendeinem Winkel der Welt Menschen begegnete, mit denen ich nichts am Hut haben wollte und heute auch noch will. Weil ich sie nicht ausstehen kann oder konnte und sicherlich nie werde. Manchmal muss man aber nicht in die Ferne reisen, um von unliebsamen Personen umgeben zu sein - manchmal reicht da schon ein Blick ins persönliche Umfeld, in den Bekanntenkreis oder in die eigene Nachbarschaft. Wobei es hier zwei Wege gibt, mit jenen unerwünschten Menschen umzugehen: Ignorieren bzw. meiden oder sie am besten stillschweigend zu dulden, weil sie Bestandteil des Freundeskreises von eigenen Freunden oder Bekannten sind.

Derzeit, seit Wochen und Monaten verschieben sich in meinem eigenen persönlichen Umfeld Sympathie wie Antipathie zu einigen Leuten. Die Gründe hierzu sind vielfältig, aber in den letzten Tagen werden sie getrieben von Gerüchten, falschen Behauptungen oder erdichtetem Wissen insbesondere was mich betrifft. Man trägt mir das Geschwätz zu, ich messe ihm aber wenig Bedeutung bei, denn ähnlich wie bei der stillen Post werden z. B. einem halbwegs wahren Fakt an jenen Stellen der Information eigene kleine Lügen hinzugefügt, um die entstandenen Lücken bei der Übertragung vom vorherigen Sender wieder aufzufüllen. So ist einer Information, die wie auch immer mich erreicht, eben wenig Bedeutung beizumessen. Und den Kern der Behauptung versuche ich gar nicht herauszufiltern, dafür sind mir die informellen Meinungsmacher schlichtweg egal.

Ebenso wäge ich natürlich ab, wer das Geplapper als Erster in die Welt gesetzt hat und wenn ich jene Person, von der es kommt, eh schon länger nicht für voll nehme, messe ich jenem Gewäsch null Bedeutung bei. Frei nach dem Motto “Was juckt es die deutsche Eiche, wenn die Sau sich an ihr reibt”. Manche mögen sich jetzt fragen, wie man so relaxed mit so einem kleinen shitstorm im real life umgehen kann - nun … ich meide z. B . einst geliebte Ecken, in denen heute Stimmung gegen mich oder Gott und die Welt gemacht wird. Damit meine ich auch bestimmte Leute aus dem Epizentrum der Lügenbeben mit Werten zwischen 10a und 10b auf der Laberskala. Und - ich kann sehr gut auf bestimmte Personen in meinem Umfeld verzichten oder sie nur noch dulden, weil sie mir inzwischen eh schon latte geworden sind. Was sehr einfach für mich zu handhaben ist, da ich sehr gut beschäftigt bin, hoch motiviert an diversen Projekten arbeite, einen tollen Freundeskreis mein Eigen nenne und ich meinem Leben (endlich wieder) einen gewissen Sinn verliehen habe.

Bestimmte Leute, die wohl keiner sinnbildenden oder sinnvollen Beschäftigung nachgehen, deren Leben vom täglichen Einerlei geprägt ist oder die arm an sozial wertigen Kontakten sind, die können halt nur eines - sich mit anderen Leuten beschäftigen, anstatt sich oder mit sich selbst, egal auf welche Art und Weise. Aber wen juckt das schon …

Phil

*tschilp*

Phil am 20. August 2012 um 21:23

Wer es noch nicht bemerkt hat … musste mich wieder bei Twitter anmelden ;-)

Phil

Hölle Hölle!

Phil am 14. August 2012 um 15:45

Als frisch gekrönter Vereinsmeier, der mit seinen Spezies demnächst eine schicke und hippe Location betreiben wird, gehört es auch zu den Aufgaben der Gründer, so eine Art Talentscout in der Kunst- und Kulturszene zu mimen. Inbesondere im Hinblick darauf, dass wir bestimmte Bands, die zum x-ten Male bei uns in der Gegend aufgetreten sind sicherlich auch mal auftreten lassen werden, aber wir haben uns auf die Fahne geschrieben, etwas neues zu bringen und dazu gehört es halt, bislang eher unbekannte Perlen auf die Bühne zu bringen.

Irgendwann im Juni las ich in einer Zeitung (ja, wirklich - in so einem Teil aus Papier und Druckerschwärze und nicht im Internet, echt!), dass jenseits unserer Altstadt  in der Gaststätte eines Sportvereins einmal im Monat ein Künstlerabend stattfindet. Oh prima, dachte ich mir, auch weil dort zu lesen war, dass Künstler aller Art maximal 15 Minuten auftreten und dann dem nächsten den Vortritt zu lassen. Also Musik aller Couleur, Kabarettisten, Zauberer oder schlimmstenfalls Blogger. Richtig neugierig machte jener Artikel, auch weil dort vermerkt war, dass die Hütte sehr gut besucht ist und die Stimmung prima bis bombig sei. Insbesondere letzterer Hinweis sollte sich noch als ultrakorrekt herauskristallisieren, nur jedoch auf eine Art und Weise, wie ich es mir nicht in meiner Phantasie ausgemalt hatte.

Gestern Abend war es dann also soweit. Punkt halb acht schlug ich vor diesem Vereinsheim im Biergarten auf und jede Menge Leute wuselten dort schon herum. Und ein erstes flaues Gefühl, eine erste klitzekleine üble Ahnung schlich sich bei mir ein, denn ich kannte jenen Schlag Menschen, die in einer bestimmten Altersbandbreite in bestimmter Kleidung und von einer besonderen Heiterkeit beseelt durch von mir gemiedenen Veranstaltungen wirbeln. Schlagermenschen!!!

Nicht dass ich etwas gegen deutschen Schlager hätte, aber …. ausser … Ausser eben. Eben! Drinnen in der Kneipe dann noch mehr jener Menschen, teilweise kostümiert wie beim Mutantenstadl. Und die aufgebaute Technik inklusive Karaokemaschine liessen alle biergartenseitigen Befürchtungen brutalste Realität werden. Vor Schreck trank ich am Tresen das erste Bier fast auf ex und das zweite gleiche hinterher, um den Schreck zu verdauen. Bereute es, dass von den anderen Vereinsgründern alle außer Frau W. sich für den Abend entschuldigt hatten - die hatten wohl so eine Ahnung. Kurz vor acht setzte dann die Hintergrundmusik ein, irgendso ein Medley mit Liedern von Andy Borg war es wohl und ich orderte weiter Bier, um mir schnellstmöglich die Gehörgänge zu fluten.

Etwas später war dann die Reihenfolge der 15 Minutenauftritte ausgelost und so eine Andrea Berg stand im Raum. Ja ja ja! Und danach ein Patrick Lindner Verschnitt. Danach folgten fast eine Stunde lang diverse Eigenkompositionen und Frau W., inzwischen eingekehrt und als Foxtrottmäuschen von der Mucke schwer begeistert, wurde von einem älteren Herren über die Tanzfläche gewirbelt. Die Anzahl der Kreuze auf meinem Bierdeckel näherten sich bedrohlich der Zweistelligkeit, als eine ganz zierliche Blondine ans Mikro ging und endlich der Abend für mich seine Bestimmung fand. Das Mädel hatte so was von einer geilen Röhre, dass ich sie prompt nach ihrem umjubelten (ja umjubelt, es waren wohl noch mehr Schlagerhasser anwesend…) Auftritt ansprach und sie begeistert um ihre Setcard bat.

Danach, Humtata aus der Rhythmusbox und weitere sechzig Minuten ein Mix aus der deutschen Schlagerlandschaft und Eigenkompositionen. Jenseits der zehn Kreuzchen ertappte ich mich dabei, wie meine Finger zum Takt der Musik mitklopften und ich bei den Gassenhauern laut mitsang, obwohl ich schwören könnte, keine einzige Zeile Text von diesen Liedern zu kennen. Es war wohl gegen Mitternacht, das Weiße vom Bierdeckel war kaum noch zuerkennen und Frau W. und ich beschlossen, in unserer neuen, eigenen Location ein Oktoberfest mit live gesungener Schlagermucke zu veranstalten. Die Karte von den Organisatoren des gestrigen Abends sowie die der besten (Achtung Wortwitz!) Nebelkrähen ergatterte ich jedenfalls auch noch und auf dem Nachhauseweg dachte ich mir, dass der Umsatz der Wirtsleute wohl bombastisch gewesen sein muss. Schlager füllt die Kasse und weshalb sollten unser eigener Verein nicht auch an dieser Musikrichtung etwas verdienen und die Hütte mit den feierwilligen Fans füllen. Nur … eines … an diesem Abend im Oktober mache ich nicht - Dienst! Jawoll, denn das wäre Hölle. Hölle!

Phil

[6]

Phil am 30. Juli 2012 um 12:48

Fast 6 Wochen Funkstille herrschte hier im Blog und dem wäre auch weiter so geblieben, wenn sich heute nicht jener Tag zum sechsten Male jähren würde, an dem der Murmeltiertag aus der Taufe gehoben wurde.

Momentan gibt es wichtigeres für mich, als hier zu texten, denn so langsam nimmt mein einst als fast zerüttet zu bezeichnendes Dasein langsam wieder Fahrt auf der Spur der "gesellschaftlichen Normalität" auf. Seit Mai nach fast 1,5 Jahren wieder einen Job zu haben, so in Anzug und Schlips wieder beim Kunden in die Verantwortung genommen zu werden, war anfänglich schon ein seltsames Gefühl; insbesondere vor dem Hintergrund, dass ich eigentlich gar nicht mehr arbeiten wollte und lieber die Nacht zum Tag gemacht hätte. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Die Tage sind nun wieder erfüllt und die durchgezockten wie durchgezechten Nächte Teil einer Vergangenheit, die ich inzwischen nicht mehr misse.

Ebenso ist der Verkauf meines Palasts der Republik abgewickelt, ein 150 Quadratmeterimmobilienklotz an meinem Bein, eine immense Last, für die ich jahrelang mit Prio eins dem schnöden Mammon hinterher hechelte, nur um Zins und Tilgung zahlen zu können ohne dabei meine eigentlichen Wünsche und Ziele wirklich verfolgen zu können. So schön es sich dort leben ließ und so schön all jene mit dieser Wohnung verbundenen Erinnerungen auch sein mögen - jeden Tag seither, an dem ich gassitechnisch mit der Fellschleuder an jenem Haus vorbeilaufe, lächel ich ein wenig in mich hinein und atme tief aus. Ein Uff auf die Sorgenfreiheit sozusagen.

Ebenso ist nach wochenlangem Herumgezacker endlich das Thema neue Wohnung in trockenen Tüchern, obwohl ich fast dachte, eine Weile auf der Straße leben zu müssen. Genauso wie ich dachte, zumindest temporär mit einem Menschen zusammen einer Wohnung leben zu können, ohne gleich einen Platzkoller zu bekommen oder mich an mir fremden Marotten aufzureiben. Der besten Freundin aus meiner Viererbande als meine interim Herbergsmutter geht es ähnlich und irgendwie sind wir inzwischen wie ein olles Ehepaar, das ganz gemütlich zusammenlebt, während ich wochenlang meine Habseligkeiten quer durch den Stadtteil in ständig wechselnde provisorische Lagerstätten transportiere, weil meine neue Wohnung irgendwie nicht fertig renoviert werden will. Was langsam spannend wird, denn in spätestens zwei Wochen kommen die monsterlange Küche und Teile vom Schlafzimmer, welche ich hoffentlich nicht auch noch bei irgendwelchen Bekannten und Freunden zeitweise einlagern muss.

Ein weiterer Grund für meine Blogfaulheit ist im vorherigen Beitrag zu finden - die Vereinsarbeit. Sie frisst vor allem eines… Zeit, Zeit, Zeit. Die letzten Wochen mit ihr hätten zig Gründe geliefert, hier im Blog die Chromaxt auszupacken und diverse Massaker an Mensch und Objekt anzurichten. Da hier aber potentielle Opfer mitlesen könnten, habe ich mir übelste Tiraden statt dessen verkniffen und bis heute dank meiner mir wiedergewonnenen innerlichen Ruhe jede Hürde gemeistert und jegliche persönliche Anfeindung an mir abprallen lassen. Und aus dem ganzen Theater rund um die Gründung einer coolen Location eines erfahren - nur mit den richtigen Leuten kann man auf dem richtigen Weg sein, denn eine homogene Gruppe kommt viel gelassener mit einem Rudel aus Neidern, Geizkrägen, Anfeindern und Egozentrikern zurecht als wenn man dies als Einzelgänger verarbeiten müsste.

Wer von meinen Lesern in der Facebookgruppe des Vereins ist, kann ja beim Kasperletheater mitlesen. Und - das Kasperle guckt erst wieder durch den Vorhang ins Publikum, wenn alle Verträge da sind und die finale Planung steht. Vorher geben wir aus den Vereinsaktivitäten keine Updates mehr heraus, denn würden wir die linke Hand erheben, meckern ein paar Leute herum, weshalb wir nicht die rechte Hand genommen haben und wäre alternativ unsere rechte Hand oben, mosern andere wieder herum, weshalb wir rechts anheben, weil wir doch vorher die linke Hand genommen hätten. Manchmal ist es besser, einfach solange gar nichts mehr zu sagen, bis die Gemeinde schließlich vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Basta!

Wenn also etwas Ruhe bei mir eingekehrt ist, der Verein sich eingelaufen hat, ich demnächst in meinem neuen Bau hausen darf und dieser dann auch eingerichtet ist, dann werden hier wieder vermehrt Beiträge erscheinen; vielleicht auch wieder mal ein paar blutbefleckte. Jucken tut’s jedenfalls in den Fingern und der sechste Bloggeburtstag war sicherlich nicht der letzte. Prost!

Phil