Warum einfach, wenn es umständlich geht?

Phil am 8. März 2010 um 16:41

Jetzt haben die definitiv letzten vier Wochen meines Einsatzes in Den Haag begonnen (so wie letzten November schon…) und kann daher nun getrost ein wenig mehr über Land und Leute ablästern.

Die Büros meines Kunde sind über mehrere Gebäude verteilt, was bedeutet, dass man hier zu Meetings oder bespielsweise  Trainings, aber auch zum Mittagessen immer irgendwie unterwegs ist. Dass man z.B. aus Gründen der Sicherheit beim Treppensteigen immer den Handlauf benutzen soll, habe ich nach dem dritten Anschiss längst verinnerlicht.

Jetzt aber prangt vor dem Ausgang der Kantine seit neustem dieser Sicherheitshinweis:

Was meint, dass meine Kollegen und ich nicht direkt über die kaum befahrene Strasse laufen sollen, um in unser Gebäude zu gelangen, sondern den mit Ampel gesicherten Fussgängerweg, der sich gerade mal ein paar Meterchen weiter rechts befindet, benutzen sollen. Damit uns auch ja nichts passiert!

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Winnenden ist überall

Phil am 6. März 2010 um 14:31

Nächste Woche Donnerstag jährt sich der Amoklauf von Winnenden zum ersten Mal und sicherlich werden sämtliche Medien jenen Anlass nutzen, wiederkehrend -wie nach jedem Amoklauf- das hilflose Geschrei nach schärferen Waffengesetzen anzustimmen, das (sinnlose) Verbot von Ballerspielen einzufordern oder zum Beispiel das am Boden liegende deutsche Schulsystem zu beklagen. Diverse Politiker und andere gesellschaftliche Institutionen werden zum Thema wichtigtuerisch das Wort ergreifen und -was ich am verwerflichsten empfinde- sämtliche auf das Prekariat abzielende Fernsehsender werden versuchen mit dem Leid einiger weniger auskunftswilligen Angehörigen Kasse und Quote zu machen.

Hinter all jenem Zirkus des Erheischens von medialer Aufmerksamkeit, der immer vergeblich bleibenden Suche nach Gründen für solch eine Tat und der Proklamierung mehr oder weniger sinnloser Präventivmaßnahmen wird eines aber vergessen - wie wird der betroffenen Gemeinschaft nach solch einer Tat geholfen? Gut, direkt nach dem Morden stehen religiöse und psychologische Einrichtungen den Bewohnern zur Seite, die ihre Hilfe für die erste Zeit bieten und sicherlich gute Arbeit leisten. Aber wie schaut es danach, also langfristig aus?

Dazu eine Episode aus meinem Leben. Seit Ende der neunziger Jahre bin ich als Urlauber schon mehrmals im österreichischen Mauterndorf gewesen, in das mich seinerzeit mein dort gebürtiger, frühere Arbeitskollege und Freund R. lotste und weil es mir dort so gut gefällt, ich selber andere Menschen aus meinem Umfeld dort hin brachte; immerhin haben wir in unserer Altstadtclique in Mauterndorf  zwei echt lustige wie auch feuchte Skiurlaube verbracht.

So klein wie jener Ort ist, so überschaubar ist das vorhandene Angebot an komfortableren Pensionen und Hotels. Ich selber war bis heute dreimal in einem bestimmten Hotel, in dem man mich längst kennt und mit deren Inhaber ich in lockerer Folge korrespondiere. Zwischen den Besitzern und ihrer ersten Servicekraft hat sich inzwischen eine Art freundschaftliches Verhältnis entwickelt; immer wenn ich dort verweilte, hat Chef  T. als Frohnatur per se mich und ein paar der Stammgäste mehrfach persönlich eingeladen, um mit ihm zum Beispiel gemeinsam frisch gefangene Forellen zu grillen, eine neuen Wein zu probieren oder einfach mal nur auf die Schnelle ein Fässlein Bier zu leeren.

Selten allerdings, dass T.’s Frau an derlei Feiern teilnahm und wenn, hockte sie mit steinerner Miene unter uns, stumm und wenn sie einmal lächelte, erschien es mir irgendwie gequält. Was ich auch verstand, denn im Eingangsbereich des Hotels befindet sich so etwas wie ein kleiner Altar mit ständig brennenden Kerzen, über dem das Bild einer jungen Frau hängt, die im Alter von 22 Jahren verstorben ist. Es ist, war, die Tochter der Hotelbesitzer.

Bei meinem ersten Aufenthalt in diesem Hotel machte ich mir wenig Gedanken über den Tod jener Frau; Krankheit, ein Unfall oder ein sonstiger Schicksalschlag halt, dachte ich mir. Später dann in den Jahren danach, als ich etliche Leute in der Gemeinde besser kannte, erkundigte ich mich ab und zu bei diversen Leuten nach der Ursache des Todes von I. und stiess immer auf eine Mauer des Schweigens. Tot ist sie halt oder andere lapidaren Antworten erhielt ich und beliess es auch dann, weiter über die Gründe nachzuhaken.

Bis ich vor knapp drei Jahren nach einem ausgedehnten Frühschoppen in den späten Abendstunden mit meinem Kumpel R. aus Mauterndorf und ein paar anderen Einwohnern in einer Kneipe zusammenhockte und wir über alles mögliche palaverten. Und R. plötzlich und wohl auch nur weil er ziemlich betrunken war, mir die unglaubliche Geschichte des Todes von I. erzählte, während dessen die anderen am Tisch Sitzenden versteinerten und R. anblickten, als wollten sie ihn mit Blicken erdolchen.

Es wurde von R. an jenem Abend wohl ein im Ort geltendes Tabu gebrochen, nämlich über den Amoklauf von Mauterndorf zu sprechen. Ich war wohl im Jahr direkt nach dieser Tat zum ersten Mal in jener Gemeinde und zu dieser Zeit wie auch in den vielen Jahren danach schwöre ich, dass mir in keinster Weise aufgefallen war, dass hier durch die Hand eines Spinners insgesamt sieben Tote zu beklagen sind. Es erscheint mir, als hätte jener Amoklauf nie stattgefunden und doch habe ich seitdem im Gespräch mit den direkt oder indirekt Betroffenen manchmal das seltsame Gefühl gehabt, als stünde der Täter unsichtbar mit vorgehaltener Waffe hinter ihnen, damit sie um Gottes Willen nur nicht von diesem Morden berichten.

Für Aussenstehende existiert in Mauterndorf der Amoklauf nicht, nicht mehr; es ist als hätte er nie stattgefunden und die Bewohner selbst schweigen untereinander ihre Toten tot. Es ist ihre Art in der Gemeinschaft, mit dieser Gräueltat umzugehen und irgendwie verstehe ich jenen Selbstschutzmechanismus, die schreckliche Vergangenheit auf sich beruhen zu lassen. Aber so zufällig, wie ich eine Gemeinde und ihre Menschen kenne, die Zeuge eines Amoklaufs wurden, so zufällig wird es in Zukunft andere Orte auf dieser Welt treffen, an denen irgendwelche Irre wahllos Unschuldige morden werden. Da helfen keine wie auch immer gearteten Verbote oder beispielsweise soziale wie auch gesellschaftliche Prävention, um diesen irren Mördern Einhalt wie auch immer zu gebieten. Winnenden ist nun mal überall.

Phil

Toy Story III - Wenn Spielzeug randaliert!

Phil am 5. März 2010 um 17:42

Ab sofort gibt es nur noch welche ohne Batterien!

Phil

Warten auf den ADAC …

Phil am 5. März 2010 um 12:59

… ist heute angesagt, da mein Entchen nach dieser klirrend kalten Woche saft- und kraftlos ist. Sprich - die Autobatterie gibt nur ein leises, verschüchtertes Quak von sich. Scheisse aber auch und da ich nicht der Einzige in diesem Land bin, dessen Karre ihren Dienst verweigert, muss ich die Wartezeit bis der ADAC kommt überbrücken.

Um zum Beispiel nutzlose Blogbeiträge wie diesen hier zu schreiben oder meinen Feedreader komplett aus- und durchzulesen. Immerhin fanden sich da ein paar gute, interessante Texte wie aber auch allerlei selbst wiederum Nutzloses. Wie zum Beispiel bei Flo einen Onlinetest, der herausfindet, welcher Schrifttyp man  so rein tiefenpsychologisch betrachtet sei:

Ein Van Doesburg Schreiberlingtyp bin ich also. Aha! Dieser Hinweis ist für mich gerade so interessant wie wenn in Rio ein Kaffeesack platzt. Interessanter wäre nämlich zu wissen, wann (oder ob) dieser ADAC-Heinz kommt, denn morgen bekomme ich Damenbesuch und habe bisher wegen meiner Immobilität noch keinen Handschlag wie beispielsweise den wöchentlichen Einkauf erledigen können.

Quak quak!

Phil

Das Leid der FC Bayern Fans beginnt früh

Phil am 4. März 2010 um 11:25

Klasse(n) Foto gefunden im Blog der sachverständigen 11Freunde

[nacht:tanz]

Phil am 3. März 2010 um 23:43

Lange ist her, dass ich an diesem Ort weilte und fühlte, dachte, die Weichen meines Seins stellte. Gefühlte Ewigkeiten und doch nur ein Bruchteil jener Zeitspanne, zwischen derer Beginn und ihrem Ende das Ich aus dem ewigen Nichts in das Licht dieser Welt hinaus tritt. Es ist kalt und der längst vergangene Sturm hat auf dem Balkon und dem Hof unter mir seine Spuren der Verwüstung hinterlassen. Es ist kalt, einfach nur kalt und das liegt nicht daran, dass hinter dem matten, fleckigen Glas des Fensters mir gegenüber schon lange kein Licht mehr eingeschaltet wurde und es ist mir auch egal, wie lange die Relikte jenes Unwetters mein direktes Umfeld die nächste Zeit noch zieren werden. Müll, es ist doch nur Müll.

Lass ihn liegen, vergiss das Gewesene mit all seinem Gedankenmüll, beschliesse ich und zünde mir im Dunkel jener Winternacht eine Kippe an, deren Qualm sich in spinnennetzgleichen Fäden, irgendwie altweibersommergleich, recht hastig im Dunkel des Draussen verliert. Stürme kommen, Stürme gehen und einen Blick auf die im Dunkel leuchtende Glut der Zigarette werfend, so nah vor meinem Gesicht, mir meine inzwischen lang gewachsenen Haare aus dem Gesicht wischend, vergebens, weil der immer noch heftig anherrschende Wind an mir zerrt, schnicke ich die sich sehr schnell bildende Asche am Ende des Glimmstengels ins Nichts über das Balkongeländer hinaus.

Hastig über das Firnament huschende Wolken geben nun den baldigen Vollmond frei, es ist eine Art Revue des Himmels, auf dessen Bühne schnell tanzende Cumuli von rechts nach links tanzend in ihrer Nachtshow vom Kommen und Gehen berichten. Wie so viele Menschen, die in meinem Leben kamen und gingen, wie auch sicherlich kommen und auch wieder gehen werden. Ein scheinbar ewig anmutender Tanz, in dem ich als Teil des imaginären Publikums eingebunden bin und mal mehr oder auch weniger alleine im Ballett des Lebens auf dessen Bühne mittanzen durfte oder auch nicht. Sich im Takt der für andere nicht hörbaren Musik wiegend, sich von Menschen fort bewegend oder wiederum auf jene hinzu und gar manchmal nach hinten auf den Brettern des Lebens weiter hinein in den Himmel tanzend.

Der Wind bläst nun stärker, es scheint noch kälter und ich ziehe die Füsse hoch auf den Sitz des Balkonstuhls, weil die Kälte der Fliesen unter mir nach meinen Füssen fingert. Die nächste Lucky erglimmt nur wenige Minuten später im Dunkel der Nacht und das vernarbte Gesicht des Monds über mir lächelt kalt auf mich herab. Sein Licht, nur als Spiegel der Sonne Schein so kalt, verschwindet nun wieder hinter der geballten, heran genahten Wolkenfront, während dessen ich über die Menschen, die Nähe, die Kälte wie auch Wärme zwischen ihnen und mir oder generell der Distanz und der damit verbundenen Wärme unter ihnen sinniere. Denke daran, dass die Glut direkt vor mir keine Wärme spenden kann; stelle fest, dass jedweges Chaos direkt um mich herum keine Ordnung in mein Leben bringen mag.

Und lächele vor mich hin, während der letzte Rest aus der Rotweinflasche in meinen Schwenker fliesst, lächele, weil mir gerade in diesen stürmischen Tagen von besagter Bühne eine Hand gereicht wird, welche zwar fern weilt, aber viel Wärme verspricht, trotz all ihrer Distanz zu mir, zu uns. Es ist ein Tanz, ein neuer in diesem Sein, aufeinander zu wie auch in Richtung zu uns selbst und je nach innerlich vollführter Drehung denke ich daran, dass es vielleicht schön wäre, wieder einmal geführt zu werden, ja, überhaupt einmal wieder zu tanzen, zu zweit. Weg von dem Müll, hinaus aus der Kälte.

Phil

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Vielfliegerpech: Mein beschissenster Mittelplatz!

Phil am 2. März 2010 um 18:06

(c) unbekannt

Zur Egozentrik manch “bekannter” Blogs

Phil am 2. März 2010 um 18:05

[urlaubs:reif]

Phil am 27. Februar 2010 um 17:05

Pause. Nach sieben Stunden Einkaufsstress und Erledigungen aller Art bin ich jetzt auch erledigt. Zu müde, um in jenes heute erworbene Büchlein da links einen Blick zu werfen und mich schlau zu machen, was mich alles in diesem Land erwarten wird.

Denn Meilenprogramm und Job in Holland sei Dank habe ich Hin- und Rückflug nach Windhoek für umme raus. In der Businessclass sogar, damit meine langen Hufe während des zwölfstündigen Flugs in eines meiner Traumziele sich entspannt ausstrecken können.

Ganz individuell werde ich dort quer durch Land reisen und vor allem fotografieren. Wobei ich immer noch nicht weiss, wie ich die komplette Kameraausrüstung schadlos transportieren kann, denn fürs Handgepäck wäre diese zuviel und als Gepäck aufgeben ist kritisch, da das Bodenpersonal Gepäck jeglicher Art rücksichtslos durch die Gegend schleudert.

Schönes Wochenende Euch allen und träumt mal ein wenig mit :-P

Phil

Flugschüsse (II)

Phil am 27. Februar 2010 um 12:42

Wie schon die ganze Olympiade über herrscht Pisswetter in Holland und daher mehr als eine Stunde Däumchendrehen an Bord, weil in Frankfurt das Wetter auch nicht besser war, was zu erheblichen Verspätungen bei den Landungen führte. Wenn mal kein Pilotenstreik ist, ist es halt was anderes.

Irgendwas ist ja immer.

Phil

Mann, muss ich vielleicht schlau sein …!

Phil am 26. Februar 2010 um 09:57

Der Evolutionspsychologe Satoshi Kanazawa von der London School of Economics and Political Science hat festgestellt, dass Religiösität, Schlafverhalten, Berufswahl und sexuelle Bindung an den Partner in direktem Zusammenhang mit dem Grad der Intelligenz stehen. Wer sehr religiös oder zum Beispiel ein eher konservativer Typ ist, hat demnach weniger Grips als anders Denkende und Handelnde.

Als ich mir diesen Artikel bei Heise zu Kanazawas Studie so durchgelesen hatte, fiel mir auf, dass ich keiner Kirche angehöre und nicht religiös bin, ich sehr gerne lang schlafe und einen Beruf ausübe, der es mir ermöglicht, auch mal später mit der Arbeit zu beginnen und ich in meinem sexuellen wie auch partnerschaftlichen Verhalten sehr monogam ausgerichtet bin.

Ihr könnt ab sofort Einstein zu mir sagen!

Phil

( via )

[aus:verkauf]

Phil am 24. Februar 2010 um 12:08

Heute Abend um 23 Uhr 30 läuft in der ARD eine Reportage zur Karstadtpleite, in der es um immer noch unbeantwortete Fragen zu den Gründen des Niedergangs jener Warenhauskette geht und erstmalig der Vorstandsvorsitzende Thomas Middelhoff dazu Stellung beziehen wird.

Anschauen werde ich mir diese Sendung sicherlich nicht, weil ich davon ausgehe, dass auch weiterhin viele Fragen zu dieser Insolvenz unbeantwortet bleiben werden und Herr Middelhoff einen Teufel tun wird, ihn eventuell belastende Interna auszuplaudern, die für ihn einerseits rechtliche Konsequenzen aus der Pleite bedeuten könnten respektive Zweifel an seiner fetten Abfindung aufkommen liessen. Jene Reportage geht mir also am Arsch vorbei.

Nicht am Arsch vorbei hingegen geht mir, dass von der Schliessung diverser Karstadtfilialen auch die Stadt Hanau betroffen ist, in deren schönstem Stadtteil ich derzeit lebe. Da ich schon immer in jener Stadt oder deren näheren Umgebung gelebt habe, ist mir deren Zentrum mit seinen Einkaufsmöglichkeiten schon seit rund vierzig Jahren (*örks*) vertraut und der Karstadt heisst bei mir und den meisten Hanauern nicht Karstadt, sondern ist immer noch der Hertie; bei den ganz alten Einwohnern sogar noch der Hansa. Genauso wie für mich dank meiner Eltern und Grosseltern der C&A immer noch der Brenninkmeyer ist und aus innerem Protest heraus der Rewe im Nachbarort für mich immer noch der Minimal ist.

Müssig darüber zu diskutieren, ob eine Stadt wie Hanau zusätzlich zum Kaufhof ein paar Meter weiter zwei grosse Kaufhäuser braucht; früher war Hertie für viele von uns die allererste Anlaufstelle beim Shopping, die erst nach der Karstadtübernahme ihren Rang verlor, da der Laden danach vom Angebot her langsam verramschte und Kaufhof durch das interessantere Galeriakonzept den Thron der städtischen Konsumtempel erklomm.

Jedenfalls läuft seit Jahresbeginn der Ausverkauf bei Hertie und ich hatte seitdem ein paar mal noch die Gelegenheit genutzt, dort wohl eher aus sentimentalen Gründen ein paar Dinge einzukaufen. Ich lief durch die Spielzeugabteilung, in der ich als Kind die Oma und Mama mit meinen vielen (meist unerfüllten) Wünschen nervte; schlich durch den Bereich mit der Unterhaltungselektronik, in der ich mir als Jugendlicher meinen ersten Walkman1 für sauer erspartes Geld kaufte und stieg schliesslich zum Abschied auf das Dach hinauf in das alte Hertierestaurant.

Ich nahm dieser Tage also dort Platz; erinnerte mich an frühere Zeiten, als Mama und Oma mit mir damals nach getanem Einkauf hier zum Kaffee einkehrten und ich als kleiner Bub fast immer einen dieser leckeren und riesigen Windbeutel2 spendiert bekam; war ich brav und zeterte bei der Tour durch Stadt und Hertie nicht herum, gab es zum Abschluss sogar noch einen kleinen Eisbecher obenauf.

Während ich in meiner Plastiktüte mich durch die Einkäufe des Tages nestelte, gingen mir die Gesichter des Personals nicht aus dem Kopf; einige verbreiteten immer noch die distanzierte Freundlichkeit und Fröhlichkeit wie in früheren Tagen, die wohl daraus resultierte, dass sie ab April einen alternativen Arbeitsplatz haben werden. Bei anderer, mir eher abwesend und niedergeschlagen erscheinender Mimik vermutete ich die bevorstehende Arbeitslosigkeit in dem bangen Wissen, eventuell bald ganz ins Abseits unserer Gesellschaft zu driften. Mich sonst eher über meine frisch erworbenen Artikel freuend, fühlte ich selber so etwas wie Resignation in mir aber auch irgendwie hilflos und das lag nicht daran, dass es in jenem Restaurant längst keine Windbeutel mehr gab.

Der Servicekraft mit dem traurigen Gesicht legte ich zum Abschied ein üppiges Trinkgeld auf den Tisch und fuhr ein letztes Mal langsam die Rolltreppen in Richtung Ausgang hinunter, meinen Blick über viele inzwischen leerstehende Verkaufsflächen wie auch zerfledderte Ramschtische streifen lassend. Am Ausgang stehend zündete ich mir eine Lucky an, während mein Blick links zu jenem Flachbau vor dem Hertie stehend wanderte und all jener mir innewohnenden Sentimentalität zum Trotz mir plötzlich ein kleines Lächeln ins Gesicht gezaubert wurde. Weil ab April der wohl älteste Kalauer unter den Hanauern keinen Bestand mehr haben wird, da ab diesem Zeitpunkt eine ganz bestimmte Frage obsolet sein wird: Was ist der höchste Punkt in Hanau? – Na das Hertierestaurant, weil man da bis auf die Nordsee schauen kann…!

Phil

1 Für meine jüngeren Leser – das ist so etwas wie ein analoger iPod
2 Windbeutel, ach ja Windbeutel; die habe ich bestimmt genauso lange nicht mehr gegessen wie Eiskonfekt.

Hatte ich erst - hätte ich gern wieder :)

Phil am 22. Februar 2010 um 22:39

Seit ein paar Tagen kommen da bei mir ein paar Begehrlichkeiten auf, äh, was das Kraulen und so betrifft …

Das ist übrigens kein Katzencontent, sondern eine ösothermische Videoanleitung zur Dekastribierung der deklitabisierten Nacken- und Rückenmuskulutar. Jawoll! Und sonst nichts anders.

( via )

Phil

Flugschüsse (I)

Phil am 22. Februar 2010 um 17:57

Habe heute ohne Handbuch nach über einem Jahr herausgefunden, wie ich mein Handy in den Flightmodus umschalten kann, weil Männer ja bekanntlich keine Bedienungsanleitungen benötigen. Daher werde ich ab heute in lockerer Folge Fotos posten, die während meiner Zeit des Pendelns zwischen dem Phil’schen Bau und jenen Metropolen geschossen werden, in denen ich aktuell mein Tagwerk verrichte.

Auf der heutigen Rumgurkerei nach Amsterdam via dem internationalen Drehkreuz Basel-Mühlhausen-Freiburg musste ich mich wegen diesem verkackten Pilotenstreik bei der Lufthansa in so winzige Cityhopper wie die Avro RJ der Swiss Air quetschen. Um mir die Zeit zu vertreiben, hielt ich permanent die Handykamera aus dem Fenster in der Hoffnung, ein geiles Video von einem Triebwerkbrand oder andere dramatischen Vorfällen in der Luftfahrt zu drehen.

War dann aber wohl doch nix damit.

Phil

Grimm-Award 2010 - Der Startschuss ist erfolgt!

Phil am 19. Februar 2010 um 14:50

Diese Woche befand sich folgendes Schreiben des Hanauer Oberbürgermeisters in meinem Briefkasten:

Schreiben OB Hanau
Zum Vergrössern anklicken

Jetzt wird es also ernst und langsam muss ich in die Hände spucken. Leider hat sich immer noch kein kreatives Händchen gemeldet, das mich beim Design des neuen Blogs für den Grimm-Award unterstützt. Daher bitte ich nochmals um Unterstützung - es sollte ja auch nicht für lau sein.

Phil

Bankdaten: Schweiz lenkt unter Auflagen ein!

Phil am 19. Februar 2010 um 10:10

Phil

Twin Cities Brightest

Phil am 17. Februar 2010 um 15:57

Selten gibt es Webseiten, auf denen ich gefühlte Ewigkeiten verbringe - heute aber wurde ich über die Blogrebellen Kreuzberg auf  Twin City Brightest (tcb) aufmerksam, der in einer Kombination aus Fotografie, Lichtkunst und Performance wirklich eindrucksvolle Werke schafft. Ich glaube, ich habe diese Homepage von vorne bis hinten durchgeblättert, weil tcb seine Besucherer richtig fesseln kann, wie es bei mir vorhin der Fall war.

Beeindruckend auch, dass nach eigener Aussage keines der Fotos digital nachbearbeitet wurde; dies belegen unter anderem auch etliche kurze Videos, in denen die Entstehung  verschiedener Bilder dokumentiert wurde. Ebenso sind bei tcb ein Auszug seiner verschiedenen Lichtquellen (u.a. ein gepimptes Laserschwert von Wal Mart) zu sehen, mit denen er im Dunkel die unterschiedlichsten Formen und Objekte kreiert.

Hmmmm, ein paar bunte Folien habe ich ja noch zuhause, diverse Taschenlampen ebenso, das Handneonlicht liegt auch noch irgendwo herum und meine Nikon wartet eh mal wieder auf ihren Einsatz. Fehlt mir nur noch eine dunkle Betonröhre, eine alte Fabrik oder ein brach liegendes Bahngelände und ich könnte sofort loslegen. Aber ich muss ja statt dessen in Holland arbeiten …

Phil

[kopfgeschosse:35]

Phil am 14. Februar 2010 um 21:30

Zu hören, was man nicht wissen will,
ist wie zu sehen, was ungefühlt bleibt.

Phil

à la Jarre

Phil am 12. Februar 2010 um 18:14

Die neuen PC Lautsprecher sind da und machen richtig geilen Sound. Zum Rein- und Einhören habe ich eben mit zwei Stunden Musik quer durch die Bank hören die liebe Zeit vertrödelt und bin bei diesem Video in Youtube echt ins Grübeln geraten - mein Geld dieses Jahr für Urlaub oder diesen Yamaha Synthesizer zu verballern.

Hat was von Jean Michel Jarre, wie ich finde.

Phil

Bloggertreffen in Karlsruhe

Phil am 12. Februar 2010 um 13:27

Nächste Woche ist es soweit, da wird der alte Sack kleine Phil sich auf seine Fellpfoten machen und gen Karlsruhe wackeln, um dort am Samstag den 20. Februar ab 18 Uhr auf eine illustre Schar aus Schreiberlingen mit Blogs und / oder Twitternasen zu treffen. Frau Pssst! hat nämlich geladen und erstaunlicherweise hat sich die halbe Blogosphäre angemeldet, um sich ordentlich zu besaufen nett auszutauschen und persönlich kennenzulernen.

Auf zum Bloggertreffen nach Karlruhe (Klick mich an!)

Wer also an diesem Tag noch nix vor hat und wissen will, wie und wo dieser Event stattfindet, schaut bitte bei Frau Pssst! hier rein und meldet sich via Kommentar bei ihr an. Ich jedenfalls freue mich und bringe extra meinen Gaudiwurm1 mit.

Phil

1 Insiderwitz!