Der Krampf mit der Chronik.

Phil am 27. Januar 2012 um 15:32

Einige meiner Leser sind ja wie ich auch bei Fratzenbuch Facebook aktiv; ich sogar recht rege mindestens einmal am Tag. Hauptsächlich um dort all jenen Unsinn jenes zu posten, was ich nicht im Blog zu wagen bringe, weil meist eher nebensächlich oder woanders geklaut. Oder um im Stil von Twitter -was ich schon länger nicht mehr nutze- kurze Statements abzugeben. Dafür und für die Organisation einiger privater Dinge hat dieses Social Network für mich sogar einen gewissen Nutzen.

Unter meinen Freunden und Bekannten dort befindet sich wie überall auf Internetplattformen ein gewisser Anteil an Hosenschissern, die permanent darauf hinweisen müssen, wie gefährlich dieses und jenes ist und insbesondere natürlich ist Facebook der ganz böse “Big Brother”, der uns aller Informationen beraubt und irgendwann einmal die digitale Keule rausholt und uns einen über den Nüschel ziehen wird.

So eine Keule in echt wünsche ich mir manchmal auch, wenn hanebüchende Warnungen in die Timeline gerotzt werden, wie die aktuell laufende mediale Inquisition gegen Facebooks neugestalteter Timeline (auf deutsch “Chronik”). Futter für jene Hosenschisser, die ihre Timeline vollheulen, weil jetzt -wie fast täglich auf sämtlichen Webseiten die man so nutzt- eine Veränderung ansteht, die die innere Betriebsblindheit gefährden könnte. Nur ist es halt jetzt FB und da dieses so böse ist, wird halt gewettert und geflennt. Da frage ich mich immer, wenn dieses Netzwerk so arglistig ist, warum jene Dollos sich überhaupt dort angemeldet haben. Denn FB und jede andere Plattform kann nur jene Daten missbrauchen, die man ihnen anvertraut.

Ich nutze die neue Chronik schon seit der Betaphase und habe sie mir vorher natürlich genau angeschaut, ob da irgendetwas im Schilde geführt werden könnte. Mein Fazit mit meinem recht guten IT-Hintergrund sagte mir nach nicht mal 30 Minuten, dass die Chronik wesentlich besser ist als die bisherige Timeline bzw. das eigene Profil. Es ist alles viel aufgeräumter, einfacher zu bedienen und optisch ansprechender; es erinnert mich so ein wenig wie ein Layout für Blogs.

Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, kann sich mal diesen Artikel durchlesen - kurz und prägnant sind dort viele Pros und kaum Contras zur Chronik aufgeführt. Und für die ewig digital Gestrigen ist dort sogar eine kleine Anleitung für Dummis verlinkt, was sich so alles ändert. Mit Bildern sogar! Nämlich eigentlich recht wenig.

Ob diese Zeilen jetzt als Lanzenbruch für Facebook zu werten sind? Nein, sicherlich nicht, denn ich stehe wie schon immer kritisch allen Neuerungen in meinem digitalen Umfeld gegenüber. Sei es Google, WKW, Xing und was weiß ich noch alles. Nur - ich guck es mir selber an und entscheide danach, ob eine wie auch immer geartete Veränderung sich mit meiner persönlichen Einstellung zum Datenschutz verträgt oder nicht. Denn - sollte irgendeine Plattform es für meinen Geschmack irgendwann mal “übertreiben”, entschiede ich mich gegen eben jene.

Phil

(P.S. - bei FB sind auch etliche Blogger, die es genauso entspannt wie ich angehen; wer unter den Lesern mich dort noch nicht geaddet kann, kann dies gerne tun, wenn ich dann auch den Namen hinter dem Blog kenne ;-) )

Go Richie!

Phil am 25. Januar 2012 um 12:46

In meinem Alter war (und ist man immer noch…) ein Fan von Queen. Richie Castellano sicherlich auch und so dachte er sich einfach mal so, einen -nein- den Hit jener Band zu covern, mit dem jeder unter uns Queen assoziiert. Nur … *hüstl* … er spielte den Titel komplett allein ein. Spielte jeden Part für sich, legte dann alle Tonspuren für Vocals und Instrumente übereinander und inszenierte dies als Video im Split Screen Modus.

Herausgekommen ist ein schönes Video, nur … an Freddie Mercury kommt Richie nicht heran. Keiner übrigens.

Phil (via KFMW)

Kopfgeschosse (86)

Phil am 19. Januar 2012 um 00:26

Das Begraben bestimmter Fähigkeiten geht
oft einher mit der Geburt alternativer Talente.

Phil

(Was tun? Nun?)

Ein besseres 2012.

Phil am 7. Januar 2012 um 17:54

Ja, es kann nur besser werden, dieses Jahr. Für mich jedenfalls nach jenem katastrophalen letzten Jahr, in dem so vieles kaputt, den Bach hinab ging. Innerlich einige Dinge zwar immer noch nicht endgültig abgehakt, fing die erste Woche im letzten Jahr der Menschheitsgeschichte, ma ya, ganz gut an. Der Tritt in den eigenen Allerwertesten hat mich bewegt, ein paar längst fällige Aufgaben in die Hand zu nehmen, die in den letzten Tagen ins Rollen gebracht wurden. Sogar jobtechnisch gibt es derzeit mehrere Silberstreifen am Horizont.

Trotz alledem, also dem Ende der Menschheit am 12.12.2012 und so, korrelieren oft die eigenen Pläne mit den Umständen der einen umgebenden Realität. Letztlich war das berufliche Scheitern in 2011 nicht nur allein meine eigene Verfehlung, vielleicht am Markt zu riskant die eigene Ressource vorbei geplant, letztlich in meinem beruflichen Umfeld sicher aber auch ein Teil der Wandel in unserer Gesellschaft ein Einflussfaktor, der vielen mir bekannten Berufskollegen das gleiche Schicksal wie meines ereilen ließ.

Aber Schwamm drüber für mich; ich habe mal wieder dazugelernt. Die Frage stellt sich derzeit nur, was ich in Zukunft machen werde. Vorstellungen habe ich genug, aber wenn ich so über die Mauern meiner Burg schaue, sehe ich nur Chaos. Einen neu drohenden Krieg am Golf, die selbsternannte Großmacht USA eigentlich bankrott und eine europäische Union, in der in südländischer Gelassenheit Milliarden von Euros anderer Mitgliedsländer aus dem Fenster geworfen wird.

Und im eigenen Land? Eine Politik, die ich nicht so gewählt hätte, weil ich seit vielen Jahren nicht mehr wählen gehe. Weil ich es leid bin, mich im Falle eines Wahlsiegs meines jeweiligen Favoriten mitverantwortlich für den Mist zu machen, der nach der Wahl stets verzapft wird. Wenn ich daran denke, einmal zu jenen 5% der Bevölkerung gehört zu haben, die 50% des Einkommensteueraufkommens generieren, bin ich heute froh, keinerlei Steuern für jeglichen Scheiß beizutragen, der in immer größerem Maße und dichterer Konsistenz im Reichstag verzapft wird.

Medienkonzerne, Wirtschaftslobby und z. B. die EU-Bürokratie lassen in diesem Land immer weniger Gestaltungsräume für Kreativität und Innovation zu. Es sei denn, man leckt Vertretern aus jenen Bereichen die Füße und am Arsch. Im Großen wie auch im Kleinen. Man zankt sich lieber in den politischen Reihen untereinander, anstatt das Land voran zu bringen. Es geht uns nicht schlecht, ja, aber es der schleichende Verfall dieser unserer Republik ist allenthalben erkennbar. Aber solange statistisch betrachtet es dem Deutschen besser geht als den meisten anderen, hält dieser halt die Fresse.

Wie also planen für die eigene Zukunft, wenn man nicht weiß, welche gesetzliche Regelung, welche Rahmenbedingung für eigenes wirtschaftliches Handeln oder Weltwirtschaftswehwehchen einem in die Planungssuppe spucken wird? Die Intervalle marktbeeinflussender Negativindikatoren werden für meinen Geschmack immer kürzer. Der Arbeitnehmer als solcher immer mehr zum demütigen Niedriglohnempfänger degradiert. Kaum mehr Raum für eigene Ideen, nonkonforme Vorstellungen umzusetzen. Und trotzdem werde ich es wieder versuchen. Mich mit Ämtern und Behörden fetzen, notfalls wieder vors Gericht ziehen, mir unsinnig erscheinenden Regelungen die Stirn zu bieten.

Solange es noch geht, denn in einem Land, in dem der Verfassungsschutz den Rechtsextremismus zu decken scheint, scheint einiges im Argen zu liegen, was über die vorstehend genannten Bedenken hinaus geht. Aber man wird ja noch mal träumen dürfen!

Phil

[9]

Phil am 26. Dezember 2011 um 22:18

Neun Zeilen. Es sind nur neun Zeilen und trotzdem für mich wie ein Buch mit sieben Siegeln. Warum schreibt sie, warum schreibt sie das? Mir? Gerade jetzt, in jenen schwierigen Zeiten? Welten sind es, die uns wohl trennen mögen und trotzdem scheint der Anfang einer Brücke zwischen jenen geschlagen. Einen ersten Schritt auf den vorderen Steg wagend antworte ich. Genau neun Zeilen lang. Ihr.

Phil.

Weihnachten. So ein wenig zumindest.

Phil am 23. Dezember 2011 um 20:05

Mein Jahr, euer Jahr - auch dieses Mal kein Podcast von mir wie sonst all die Jahre zuvor kurz vor Weihnachten. Letztes Jahr ging nicht, weil ich da ja gerade in Botswana rumtourte; dieser Tage nicht, weil mir nicht der Sinn danach steht. Dieses Jahr haben die Festtage seit langer Zeit aber an Bedeutung gewonnen, war diese doch so lange verschütt’ gegangen…

Und Du bist heute beim Metzger, bekommst für das morgige Mahl am Heiligabend einen großzügigen Rabatt, eine Extrawurst für den Hund und verfluchst trotzdem dieses 2011. Ein Jahr, welches keines war. Der Afrikavirus, voll infiziert von ihm, den eigenen Kopf voller Rebellion gegen alle Werte, Moralvorstellungen, Zukunftspläne … dem Ego an sich überhaupt. Wäre nicht das Schlimmste gewesen in den zurückliegenden Monaten.

Und Du lachst auf dem Markt, seit Ewigkeiten mal wieder auf einem richtigen Markt im Freien eingekauft … nicht wie so immer im Supermarkt, so auf die Schnelle. Entschleunigt, mein Handeln, nicht zwangsweise, aber gelernt in 2011. Entschleunigung lernen müssen, nach dem freien Fall aus der obersten Liga in die Kreisliga der Gesellschaft. Firma im Arsch, dem Burn Out gerade noch von der Schippe gesprungen. Den Staat nach 50 Jahren erstmals anbetteln zu müssen.

Geld? Ist unwichtig geworden und Sissi wunderte sich vor ein paar Wochen, wie anders ich doch geworden wäre. Sie muss es wissen, war sie immerhin 15 Jahre fester Bestandteil meines Ichs. Die krebskranke Verkäuferin im Getränkemarkt zieht bei meinem Einkauf für die Festtage ihre Personalkarte durch die Kasse, fünf Prozent nicht weil Weihnachten ist, sondern weil sie mich mag. Anscheinend ich immer noch nett bin trotz all der zurückliegenden Scheiße in den letzten zwölf Monaten.

Und Du denkst daran, was die Zukunft bringen möge, Wohnung verloren, nächstes Jahr bisher keine konkrete Bleibe in Sicht, aber die innere Stimme sagt Dir, dass dieses Problem kein wirkliches sei.  Bist froh, die böse Zeit im Frühjahr hinter Dir zu haben, aus eigenem Willen der Sucht die Stirn geboten zu haben und die Entscheidung, wieder Verantwortung in die Hand zu nehmen, im Oktober wohl nur die richtige für Dich selbst war.

Wo ist er hin, Dein verfickter Stolz? Weiß es nicht, muss es auch nicht wissen, denn er ist mir nicht mehr wichtig. Wie so vieles. Weil andere Dinge mir wichtig geworden sind, für die man nicht unbedingt in der obersten Liga spielen muss. Denn dort krallt sich Hand der Existenz erbarmungsloser ums Herz als in der Kreisklasse. Der Briefkasten hat seine Furcht verloren, für mich jedenfalls, dieses Jahr.

Im Supermarkt die fehlenden Zutaten für das Essen an Heiligabend eingekauft; zwei Angestellte halfen sehr freundlich bei meiner Suche nach bestimmten Produkten. Mit zwei Kundinnen, die meinen Einkaufswagen wohl darauf hin deuteten, dass ich kochen könne, Zubereitungsalternativen besprochen. Nein, man könne statt Rinderjus auch Rinderfond nehmen, nur eventuell statt dessen auf klassische Weise die Soße eindicken. Und nochmals nein, es ist kein Problem getrocknete Steinpilze zu nehmen, nur rechtzeitig einweichen und lange genug abtropfen lassen. Als Dankeschön einen warmen, strahlenden Blick erhalten.

Kochen. Eines jener Dinge, die mir wieder wichtig geworden sind, für die ich wieder mehr Zeit habe, seit ich in 2011 nur gelegentlich arbeiten konnte. In Jobs, die in vollem Gegensatz zu meinem bisherigen Berufsleben stehen. Vom Anspruch, vom Geld her. Was aber wie gesagt nicht mehr wichtig ist, seit diesem Jahr. Kochen ist zum Beispiel wichtig. Und Freunde. Zwei von dreien darf ich morgen Abend bei mir beköstigen und ich freue mich drauf, denn ohne jene Freunde wäre dieses Jahr sicherlich im Megagau geendet. Für mich.

So bin ich zum Ende des Jahres dankbar, meinen engsten Freunden und allen helfenden Händen aus “meiner” Altstadt gegenüber. Und seit gestern D., der wahrscheinlich einen Job für mich hat, der sich meinen geänderten Lebensumständen anpasst. Und dankbar natürlich auch allen Lesern, die mir hier im Blog die Stange hielten; es war wenig los die letzten Monate, ich weiß. Aber während so einem Jahr ist einem wie mir nicht oft nach Schreiben. Was aber sicherlich wieder wird. Denn das Leben ist immer im Fluss, in sich, und überhaupt.

Ein frohes Fest und ein tolles 2012 wünsche ich Euch und … bleibt aufrecht! Denn es ist Weihnachten, für mich auch wieder so ein wenig zumindest.

Phil

we wish for summer.

Phil am 16. Dezember 2011 um 16:31

Tatü, tata!

Phil am 15. Dezember 2011 um 18:38

Da geht man so, so wie zum Start des letzten Wochenendes, mit der neuen Töle Gassi an einem Herbsttag im Winter; kehrt danach ins gemütliche Cafe ein, um mit Freunden Eierlikörtorte mit Äppelwoi zu genießen und denkt, ein entspanntes Wochenende kann jetzt beginnen. Und es geht gemütlich weiter - nach dem Besuch im Cafe wird der Italiener vor Ort um die Ecke aufgesucht, man sitzt mit sechs Freunden und inzwischen zwei Tölen bei Pizza und Pasta zusammen, schlabbert sein Bierchen oder Brunello, haut dann auf die fettgefressene Plautze einen Ramazotti drauf und überlegt, wie der Abend weitergehen könnte.

Der liebste Aggregatzustand satt & müde ist eigentlich erreicht, Alternativen für die weitere Freizeitgestaltung bleiben aus und so beschließen drei von sechs Demenzgefressenen zu mir zu wackeln, damit eine die vorletzte mir nicht eigene Tupperschüssel von meiner Ende November stattgefundenen Geburtstagsparty abholen kann. Und um eine Pulle Weißwein zu köpfen, während die zwei Köter durch die Bude tollen und die beginnende Nacht weiterhin keine Einfälle liefert, was die gemeinsame Freizeitgestaltung angeht.

Während wir da so an meinem Tisch hocken, ich mein Glas zwischen den Fingern hin und her drehe, schaue ich aus einem meiner Fenster und denke so das flackert ja wie ein Kaminfeuer. Naja, Kaminfeuer … Blöder Gedanke, denn genau unter jenem Fenster steht eine jene Laternen, die unsere Altstadt des Nächtens in einem warmen, gelben Licht erhellen. Und denke mir die Glühbirne in der Laterne hat bestimmt einen Wackler. Das Tatü-Tata aus der Ferne nehme ich zwar wahr, ignoriere es aber, weil ja andauernd irgendwas hier in der Gegend los ist.

Wir schwatzen und trinken weiter, ein paar Minuten vergehen vielleicht und mein Blick wandert erneut auf das eine Fenster, das inzwischen heller flackert als zuvor und ich denke, diese Glühbirne hat aber einen gewaltigen Wackler. Naja, ich unterbreche meine Ausführungen über die Erfolge bei der Erziehung meines Huskys und latsche hinüber zum Fenster und mein Unterkiefer unterliegt plötzlich der Schwerkraft …

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Wasserstandsmeldung

Phil am 7. Dezember 2011 um 16:55

Keine Panik. Hier geht es bald weiter, aber bis heute musste ich ein paar Dinge richten und erledigen, die Vorrang vor der Bloggerei haben. Ein paar Dinge mussten angepackt werden, anstatt hier im Blog herumzuwinseln oder den Mond anzuheulen, wie beschissen doch alles so sei.

Naja … *hüstl* … und da wäre zwar immer noch ein wenig Zeit für meine Leser geblieben, aber ich leide auch noch an Fieber. Pokerfieber, wie ich gestehen muss. Und langsam werde ich immer besser - mal sehen, ob ich irgendwann damit auch Geld verdienen kann… ;-)

Phil

outch!

Phil am 22. November 2011 um 16:44

Dass man jetzt so richtig alt ist, kann man unter anderen daran feststellen, dass man ab sofort Fresskörbe geschenkt bekommt.

Trotzdem wurde gestern gelumpt wie vor 20, 30 Jahren. Mit dem Ergebnis, sich heute genauso viele Jahre älter zu fühlen. Trotzdem - schee war’s :-)

Phil

Kapitulation!

Phil am 17. November 2011 um 17:02

Seitdem diese freche Töle der liebe Aik bei mir herum wuselt, weigern sich meine häufig benutzten Straßenschuhe konsequent, in Zeiten der Unbenutztheit auf dem Boden zu verweilen.

Phil

5. Ohne Null.

Phil am 16. November 2011 um 01:43

Fünf Tage noch, dann nulle ich. Komisch. Immer wenn die Null droht, ändert sich mein Leben, so alles. So wie sich dieser Tage einiges um mich dreht, aber eben nicht alles. Was gut ist. Die Bettdecke ist zu kurz, um sich vor Freunden zu verstecken, aber auch eben in ihrer Länge zu bescheiden, um manche ungeliebte Tatsache zu verbergen.

Es ist November und viele hassen diesen Monat. Ich aber, ich liebe ihn. Er riecht so gut, insbesondere am Morgen. Es ist dieser Tage wie früher, bevor sich die allererste Null überhaupt an mein Alter hängte. So unbeschwert, ein Hauch von Schnee in der Luft. Mein Schlitten, er ruft.

Während andere sich eine Kugel in den Kopf jagen ob ihrer Depressionen in dieser Zeit, schaue ich voran; nach vorne. Seit langer Zeit einmal wieder. Mein Weg ist nicht unbedingt der Weg vieler anderer und mag für manch mir Fremde anmuten, als wäre bei mir die erste Null noch nicht geschrieben.

Ist sie aber. Und akzeptiert. Vieles habe ich richtig gemacht und etliches falsch in jenem zurückliegendem halben Jahrhundert. Wenn da die letzte Zeile nicht wäre, so melancholisch, wie auch wohin auch weisend. In diesem Lied. Es wird.

Phil

“Wetten, dass..?” - Meine Nachfolger.

Phil am 9. November 2011 um 14:22

Habt ihr am Samstag “Wetten, dass..?” gesehen? Nein? Ich auch nicht. Weil ich diese Sendung mir schon länger nicht mehr anschaue. Im Gegensatz zu früher, da habe ich so gut wie keine Show im Fernsehen verpasst, denn damals war Herr Gottschalk noch pfiffig bis frech und nicht so plump bis gelangweilt wie heute. Die Zweit- und Außenmoderation war wechselnd besetzt und bot mehr als dralle Titten und das Gefiepse einer Frau Hunziker. Die Wetten waren interessanter, die Couch binnen Frist nicht mehrfach mit ein- und denselben Promis besetzt. Aber was sage ich, das kann man derzeit ja überall in der öffentlichen Diskussion über die Nachfolge von Thomas Gottschalk sowie der Zukunft von Europas größter Samstagabendshow nachlesen.

Dass Hape Kerkeling dankend abgewunken hat, finde ich korrekt. Das (heutige) Format passt nicht zu seinem Image und ich hoffe mal schwer, dass das ZDF die Finger von den Jauchs, Pilawas, Plasbergs, Pflaumes, Geissens, Kerners oder Lanzens lässt - für Teilmengen des Publikums wären derlei Namen sicherlich eine gute Nachfolgeregelung, aber eben nur in Teilen. Für mich persönlich käme keiner dieser Namen in Frage. Einerseits, weil ich so manche Hackfresse aufgrund der Überpräsenz im TV eh nicht mehr sehen kann, andererseits weil keine dieser talkenden Allzweckwaffen formatkompatibel wären.

Wäre ich beim ZDF am Drücker und müsste über die Zukunft von  “Wetten, dass..?” entscheiden, würde ich vorerst die Sendung auf Eis legen. Mich mit ein paar Kreativen ins stille Kämmerlein verdrücken und so lange brüten, bis ich das Format soweit umgekrempelt hätte, dass es den heutigen Trends und Vorlieben eines breiten Publikums entspräche. Wobei der Rahmen aus Wetten, Talk und Show/Musik ruhig weiterbestehen kann - aufpolieren, anders gewichten und mit neuen Inhalten versehen. Das sollte doch so schwer nicht sein.

Eine Aufgabe, die das ZDF wohl noch hin bekäme. Aber … ich glaube, dass schon heute krampfhaft versucht wird, einen oder zwei “große” Namen als Moderation durch die Verantwortlichen der Show gesucht werden. Dicke Gagen geboten werden und bestimmte Nasen versucht werden, anderen Sendern abspenstig zu machen. Falscher Ansatz, finde ich! Wenn schon ein den heutigen Ansprüchen angepasstes Konzept für die Show, dann sollte man beim ZDF auch den Mut haben, ein oder zwei Gesichter auf den Moderationsthron zu hieven, die noch nicht so “verbraucht” sind.

Wer das sein könnte? Nun, ich habe mir da mal ein paar Gedanken gemacht und habe da so eine Idee, die mir gefallen könnte. Was bedeutet, dass ich mir die Show bei passendem Konzept sicherlich wieder öfters anschauen würde. Die künftige Doppelmoderation -in gleichberechtigter Form und nicht nur Fiepsen und Titten zeigen bitte!- sollte durch Michael Steinbrecher und Nazan Eckes erfolgen. Hä sagt ihr? Wieso denn nicht? Beide kosten sicherlich keine Riesengagen, Steinbrecher kommt eh aus dem eigenen Stall und die “Ablöse” für Eckes wäre sicherlich noch als angemessen zu betrachten.

Beide haben was auf dem Kasten, bieten keine Plattitüden und ergänzen sich bei Talk und Moderation idealerweise thematisch. Bei Steinbrecher wäre sogar frisurtechnisch ein gewisser Wiedererkennungseffekt vorhanden ;-) … Natürlich wäre das ein Bruch der Gewohnheiten, aber als der “quirlige” Thomas Gottschalk seinerzeit die Show vom “konservativen” Frank Elstner übernahm, stöhnte und maulte damals auch die halbe Fernsehrepublik. Ich wette, dass Steinbrecher und Eckes den Job eloquent, hintergründig und pfiffig hinbekämen.

Und wenn nicht? Nun, ich hätte da noch zwei weitere Kandidaten: Den Herrn Winks aka Whudat; er plant ja schon seit längerem die Show zu übernehmen. Und da wäre noch der Rechtschreipunk aka Parkster, der am Samstag direkt nach “Wetten, dass..?” sein Debüt im aktuellen Sportstudio gab. Bei der Verleihung eines Preises an Roman Weidenfeller. (So ab 9:45). Bei den beiden würde ich mir sogar JEDE Show ansehen!

Phil

keep the past. for a future however.

Phil am 8. November 2011 um 01:22

(c) Phil

Fort.

Phil am 7. November 2011 um 14:47

Einer dieser frühen Morgen ist es, diesen November, dieser Tage. An meiner Seite Husky Aik, mein Begleiter seit nunmehr zwei Wochen, meine Motivation, endlich mal wieder den Arsch raus an die Luft zu bewegen, raus aus dem drohenden Einerlei stumpfsinniger Vertrödelung des Alltäglichen. Es ist keiner jener typischen Novembertage, es ist zu warm, es fehlt die Feuchte des Nebels in den Augen, der leichte Wind im Kragen der Jacke und der Geruch nassen, goldenen Laubs in der Nase.

Noch haben wir keine fixen Touren, es gibt zu viel zu entdecken; für den Hund, aber auch für mich. Seit über 14 Jahren wohne ich jetzt im Umfeld unserer schnuckeligen Altstadt und lerne wenige hundert Meter von der Wohnung entfernt Ecken kennen, die mir bislang verborgen geblieben waren. Täglich wechseln Hund und Herrchen die Routen, beide auf ihre Art neugierig, was es wohl hinter der nächsten Biegung, dem kleinen Waldstück oder auf dem Schutzdamm am Fluss zu sehen, zu erschnüffeln gäbe.

An jenem Morgen, etwas früher als üblich auf den Beinen, zucke ich zusammen. Eine kleine hölzerne Bank, fest und tief im Boden verschraubt an einer kleinen Bucht des Mains; auf ihr eine Frau sitzend, von der Sonne durch den Bogen jener beiden Bäume beleuchtet, deren Kronen über der Bank ihn geschlagen haben. In der Hand eine kleine Tüte des örtlich Gemüsehändlers gefüllt mit Brot, mit welchem die Enten im Wasser zu den Füßen der Frau gefüttert werden.

Sie ist es nicht, ganz sicher nicht, schießt es mir durch den Kopf und die kleine Zeitmaschine in mir katapultiert mich locker zwanzig Jahre zurück in die Vergangenheit, in meine Vergangenheit. Genau in jene Zeit, als ich das letzte Mal einen Hund hatte, nicht als mein eigenen, aber sehr oft in meiner Obhut für eine geschäftige Freundin. Beppo hieß jener Mix aus was weiß ich wie vielen Rassen; eine treue Seele und treudoof, mit dem ich ebenfalls meine Runden oft unten am Main drehte, damals nur ein paar Kilometer weiter flussabwärts lebend.

Und es war auch fast die gleiche Jahreszeit, der Herbst war früh gekommen und der Winter streckte schon im Oktober seine Fühler aus, so dass die Wochen zuvor nebelverhangen, nasskalt und gefüllt voll des Duftes frisch gefallenen Laubs während der täglichen Runden mit Beppo waren. Da saß sie dann eines Tages, auf eben so einer kleinen Holzbank direkt am Ufer des Mains, vor ihrem nach vorne gebeugten Körper ein kleiner Beutel, aus dem sie kleine Brocken von Altgebackenem den Enten im Wasser vor sich zuschnickte.

Darf ich? fragte ich, denn meine Beine waren etwas schwer von der Rennerei mit dem Hund und sie nickte kurz und zeigte auf den freien Platz neben ihr auf der Bank. Wortlos wie sie musterte ich sie verstohlen, während Beppo neben mir unter der Bank zum Nickerchen ansetzte; die Enten waren ihm egal. Mein Bild fügte sich schnell zusammen - das typische Kopftuch ohne den Ansatz einer Frisur auf dem Kopf, ein ausgemergeltes Gesicht mit großen, fast übergroßen Augen hinter einer starken Brille und ein Verband um das eine Handgelenk mit einem Gnubbel darunter, welcher wohl einen Port für Infusionen schützte. Darf ich … wiederkommen? fragte ich nach ungefähr zehn Minuten des gemeinsamen Schweigens und sie nickte.

So entwickelte sich in jenen Tagen des Herbst eine kleine Zweisamkeit, dessen Schweigen mit der Zeit aufbrach und wir uns unterhielten, langsam immer mehr kennen und schätzen lernten. Thea, eigentlich Dorothee, erzählte mehr von sich als ich von mir; manchmal sehr schnell, so als ob sie all jenes für mich Bestimmte in jene zehn bis zwanzig Minuten jeden Tages packen wollte in der Zeit, die ihr vielleicht noch verblieb. Ab und zu brachte ich bei unseren morgendlichen Treffen Brot für die Wasservögel mit, ab irgendeinem Tag hatte Thea dann regelmäßig auch ein Leckerli -meist Wurstschnippel- für Beppo dabei, der während unserer Gespräche selig schmatzend unter der Holzbank schlummerte.

Thea berichtete von ihrer kleinen Tochter, die im Kindesalter an Krebs verstarb, ihrer zweiten Tochter, die weder mit dem Tod der Schwester zurechtkam noch mit der gescheiterten Ehe der Eltern, welche am Tod des Kindes wohl zerbrach. Sprach über ihre Sucht, das beinahe Abdriften ins gesellschaftliche Abseits, ihre Arbeitslosigkeit, ihre Einsamkeit. Nur - über ihre eigene Krankheit redete Thea nie. So wie ich ihr nicht von meinem Kumpel Pit erzählte, der wenige Monate zuvor mit nur 25 Jahren binnen weniger Monate an Krebs verstarb.

Schau Dir die Enten an, sinnierte Thea eines sehr wolkenverhangenen Morgens und nickte Richtung Wasser, ich mag sie. Enten haben alles, haben sich, genug zu fressen, sie sind zufrieden, keine unerreichbaren Ziele, keine Zwänge, sie sind einfach nur Enten. Und wenn ihnen etwas nicht gefällt, ziehen sie weiter; gehen einfach fort. Wohl dorthin, wo sie einfach nur Enten sein können. Vielleicht verstand ich es damals nicht, was sie mit diesen Worten meinte, jedenfalls dachte ich darüber nicht länger nach.

Es vergingen weitere Tage der ernsthafteren wie aber auch lockeren Plauderei, bis kurz vor meinem Geburtstag Ende November die Bank eines Morgens leer war. Ein paar Sonnenstrahlen fingerten durch das Geäst der Baumkronen hindurch auf der speckig-feuchten Sitzfläche herum; der Main gluckste dumpf vor sich hin, irgendwo im Gestrüpp raschelte wohl ein Eichhörnchen herum. Beppo schnuffelte aufgeregt die Bank und Umgebung ab, er vermisste Theas Begrüßungshäppchen, ich den trauten Schwatz mit ihr.

Auch die nächsten Tage blieb jener Platz am Fluss leer, mein Geburtstag verstrich während ich nun regelmäßig die Enten fütterte und mich ab und zu ertappte, wie ich mit Thea redete. Der erste Schnee fiel, Beppo war mal wieder bei seinem Frauchen und trotzdem ging ich weiter raus, runter, an den Main. Fütterte die Enten bis ungefähr Mitte Dezember. Dann waren die Enten wohl da, wo Thea sicherlich inzwischen war. Fort.

Phil

[nach_gedacht]

Phil am 2. November 2011 um 23:59

(c) Phil

Ein wenig Werbung.

Phil am 27. Oktober 2011 um 13:17

Jetzt bin ich hier schon weit über fünf Jahre präsent mit meinem Blog und habe bislang jegliche Kommerzialisierung abgelehnt. Letztlich meist im Interesse meiner Leser (z.B. nervig flackernde Werbebanner, “Produktvorstellungen” in Beitragsform…) oder im eigenen Interesse (Scheiß Produkt/Dienstleistung, unrealistisches Preis-/Leistungsverhältnis, dreister Vermarkter…).

Das hat sich seit 1. Oktober 2011 geändert. Hä? Wo issn hier Werbung? Fragt sich sicherlich der eine oder andere unter euch. Richtig. Dezent platziert, nicht dauerhaft präsent und eher zielgruppenorientierte Einblendung von Textlinks. Und das alles zu einem fairen Preis pro Monat, für dessen Gegenwert ich meinen neuen Mitbewohner (siehe vorheriger Beitrag) gut durchfüttern kann.

Daher Danke an die jenen Werbepartner für die nette, flotte und gute Zusammenarbeit.

Phil

Auf den Hund gekommen.

Phil am 26. Oktober 2011 um 14:09

Nachdem sich bei mir privat einiges geändert hat und noch ändern wird, habe ich mir sozusagen ein Geburtstagsgeschenk “vorab” gemacht. Gestatten - Aik.

Keine Panik, liebe Leser … mein Blog quillt jetzt nicht mit KatzenHundecontent über. Das geschieht in einer separaten Facebookgruppe von mir. Ganz im Stilmix zwischen Blog und Twitter. Wer mag, kann dort beitreten, wer noch nicht bei mir geaddet ist, möge sich bitte kurz in den Kommentaren oder per Mail bei mir melden.

Ach ja, meine Murmeltierhandpuppe ist momentan der Renner in Sachen Spieltrieb. Mir gehen langsam die Verstecke aus, um das Püppchen vor der Mülltonne zu bewahren … ;-)

Phil

Kopfgeschosse (86)

Phil am 24. Oktober 2011 um 03:05

Nicht das, was man von uns denkt ist wichtig,
sondern nur jenes, was man über uns so weiß.

Phil

[all:in]

Phil am 23. Oktober 2011 um 23:12

Wenn nicht jetzt, wann dann?

(c) Phil