Vom Arsch abfrieren im Luftschutzbunker
Phil am 7. Februar 2010 um 18:20Als ich letztes Jahr mit Scooter zum Jour Fitz in Berlin im Soupanova weilte, dachte ich eigentlich, dass man diese Location von ihrem Verwahrlosungscharakter her nicht mehr toppen könnte. Weit gefehlt, denn gestern waren wir beide in Wiesbaden beim Jour Fitz versus StijlRoyal zu Besuch. So am Anfang, als wir im Cloeb Frisch an der Bar im Ambiente einer alten Apotheke herumlungerten, dachte ich noch, dass die Räumlichkeiten für eine Bloglesung alles andere als geeignet erschienen.

Wir irrten jedoch noch mehr, denn zur Lesung ging es den Keller des Cloeb und dort erwartete die Besucher ein Raum, der den Charme eines alten Luftschutzbunkers verströmte. Eng, unbeheizt, zwischendurch beheizt und dann wieder sofort abgekühlt, war man gut beraten, den Abend dort in langer Thermounterwäsche und Skibekleidung zu verbringen. Eng bestuhlt, nein, befestzeltbankt, drängten sich die neugierigen Zuhörer somit ganz eng aneinander, um zumindest ein wenig Wärme beim Sitznachbarn abzugreifen.
Um dort bei sibirischen Temperaturen den Protagonisten des Abends zu lauschen, denn der.grob (@dergrob), der Vergrämer (@Vergraemer) und für mich erstmals neu der Herr Schmidt (@herrschmidt) wie auch für mich als persönliches Highlight des Abends die Gräfin (@silenttiffy) gaben ihr Bestes, um aus ihren Blogs und Werken vorzulesen.
Mein Gefühl, dass sich immer mehr Twitterer ohne Blog auf Lesungen herumtreiben, wurde an diesem Abend bestätigt und Gelegenheiten, ein paar neue Gesichter kennen zu lernen respektive mir bis dato fehlende Gesichter zu Blogs endlich zuordnen zu können, gab es reichlich. Ganz vorne stand der Herr Schmidt, denn schon ein paar Mal kamen in der Vergangenheit geplante Treffen leider nicht zustande, aber gestern endlich konnte ich dem Kloppo langhaarigen Bombenleger endlich meine Fellpfote reichen.
Sehr nett war auch endlich mal Frau Frauenfuss (@frauenfuss) anzutreffen, die gaaaaanz berühmt geworden ist, weil sie ihre Follower malt. Das erwähne ich nur, weil ich auf diesem Weg um ein Bild von ihr bettel. Sehr nett auch der Kontakt mit Sabrina (@scaramut), die von der Lesung allerdings nicht sehr viel hatte, weil sie stundenlang damit beschäftigt war, für die Gäste Namensschilder mit deren Twitteraccounts zu schreiben. Den Herrn Schlenzalot (@schlenzalot) traf ich wie auch ein verrückter Plausch mit der Gräfin war drin.

Ihre Geschichten um ihre Jugend als Kind polnischer Einwanderer fand ich so klasse, dass ich sie sofort für die fünfte Hanauer Bloglesung (April, Mai 2010) einlud und sie spontan zusagte (“Nimm mich Phil, ich bin eine Lesungsnutte!”). Aber auch viele andere und bekannte Blogger traf ich wieder und irgendwie war es schade, dass Scooter und ich recht früh wieder fahren mussten. Aber es war ja nicht unsere letzte Lesung und wir gucken jetzt schon in unsere Kalender, wann wir zum nächsten Jour Fitz tingeln können.
Ein paar Fotos habe ich bei Flickr hier online gestellt, die jeder von Euch frei weiter verwenden darf. Sofern ich hier jemanden aus Versehen abgelichtet habe, der sein Konterfei nicht im Web sehen möchte, bitte umgehend eine Mail an mich (siehe Impressum) senden. Ich lösche dann selbstverständlich das Bild.
Phil

Was lange währt, wird endlich gut. Nach Monaten der Gespräche und Verhandlungen im Hintergrund mit kommunalen Verantwortungsträgern und Sponsoren habe ich gestern endlich das “Go” der Stadt Hanau erhalten, dass ich (plus ein paar Mitstreiter) in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft der Stadt Hanau einen Wettbewerb um den ersten Preis für Online-Literatur1 ausschreiben, veranstalten und verleihen werde. Wie ich meine, ist dieser Preis der erste seiner Art und war schon längst überfällig, verliehen zu werden.
Diese Woche sassen wir im kleinen, aber feinen Kreis nach Feierabend in der Bar unseres Hotels zusammen, in welches inzwischen über die Hälfte der Anhänger von Luxushotels zurückgekehrt ist. Wir genossen unsere Gratisbierchen und das täglich kostenlose Abendessen, das wir als eine der neuen Annehmlichkeiten für unsere Rückkehr bei der Direktion herausschlagen konnten. Es ist zur Zeit eine angenehme Runde abends am Scheveninger Strand, da jene paar Arschlöcher, wegen denen ich früher öfters das gesellige Zusammensein nach Dienst lieber mied, im 5-Sternebunker verblieben sind und sich dort weiterhin in ihrer Eitelkeit sonnen. Diese Abwesenheit der eher weniger beliebten Kollegen hat in den letzten zwei Wochen wohl auch dazu geführt, dass unsere Diskussionen im reduzierten Kollegenkreis offener geworden sind; verhasste Chefs fehlen wie auch die üblichen Tratschen, so dass zwischen uns viel freier kommuniziert und argumentiert werden kann.
Morgen ist es wieder mal soweit. Da habe ich nämlich meinen grossen Tag, weil dann der zweite Februar ist und die ganze Welt mich feiert. Weil Murmeltiertag ist. Und schon heute die Besucherzahlen ansteigen, weil dieser Blog mit seinem bescheuerten Namen inzwischen bei so gut wie allen Suchmaschinen bei Recherchen zu besagtem Tag mich auf dem ersten Trefferplatz listen. Ausser dieser Datenschnüffler mit den zwei OO, dort tausche ich die ersten drei, vier Plätze in schöner Regelmässigkeit im Wechsel mit dem Wikipediaeintrag ganz vorne auf. Was bedeutet, dass es morgen hier im Blog besuchertechnisch ganz schön brummen wird. Wie jedes Jahr inzwischen.


Was haben wohl Yves Montand, Miles Davis, Lionel Hampton, John Coltrane, Edith Piaf, Duke Ellington, Isaac Stern, Maurice Chevalier, Bing Crosby, Richard Strauss, Marlene Dietrich, Harry Belafonte, Paul Anka, Randy Crawford und noch mindestens einhundert weitere prominente Menschen des letzten Jahrhunderts -verewigt auf schweren und vergoldeten Metalltafeln- mit mir gemeinsam? Sie alle haben im 




Tick, tick, tick… die Uhr läuft und trotzdem scheinen deren Zeiger auf ihrem Platz zu verharren. Eine Stunde scheint verstrichen, der Kontrollblick aufs Handgelenk sagt aber, dass es keine zehn Minuten gewesen sind. In jenem Zustand befinde ich mich derzeit unter der Woche, der Murmeltiertag mit seinen 24 Stunden bläht sich gefühlt zu Jahren auf. Denn - ich habe auf der Arbeit zu wenig zu tun. O.K., das ist im Projektgeschäft nix neues; es gibt Phasen, da rödelt man wie ein Bekloppter zehn, zwölf Stunden und mehr bis einem der Kopf raucht, dann gibt es aber auch jene Zeiten, in denen es weniger bis sehr wenig zu tun gibt.










