Vom Arsch abfrieren im Luftschutzbunker

Phil am 7. Februar 2010 um 18:20

Als ich letztes Jahr mit Scooter zum Jour Fitz in Berlin im Soupanova weilte, dachte ich eigentlich, dass man diese Location von ihrem Verwahrlosungscharakter her nicht mehr toppen könnte. Weit gefehlt, denn gestern waren wir beide in Wiesbaden beim Jour Fitz versus StijlRoyal zu Besuch. So am Anfang, als wir im Cloeb Frisch an der Bar im Ambiente einer alten Apotheke herumlungerten, dachte ich noch, dass die Räumlichkeiten für eine Bloglesung alles andere als geeignet erschienen.

Wir irrten jedoch noch mehr, denn zur Lesung ging es den Keller des Cloeb und dort erwartete die Besucher ein Raum, der den Charme eines alten Luftschutzbunkers verströmte. Eng, unbeheizt, zwischendurch beheizt und dann wieder sofort abgekühlt, war man gut beraten, den Abend dort in langer Thermounterwäsche und Skibekleidung zu verbringen. Eng bestuhlt, nein, befestzeltbankt, drängten sich die neugierigen Zuhörer somit ganz eng aneinander, um zumindest ein wenig Wärme beim Sitznachbarn abzugreifen.

Um dort bei sibirischen Temperaturen den Protagonisten des Abends zu lauschen, denn der.grob (@dergrob), der Vergrämer (@Vergraemer) und für mich erstmals neu der Herr Schmidt (@herrschmidt) wie auch für mich als persönliches Highlight des Abends die Gräfin (@silenttiffy) gaben ihr Bestes, um aus ihren Blogs und Werken vorzulesen.

Mein Gefühl, dass sich immer mehr Twitterer ohne Blog auf Lesungen herumtreiben, wurde an diesem Abend bestätigt und Gelegenheiten, ein paar neue Gesichter kennen zu lernen respektive mir bis dato fehlende Gesichter zu Blogs endlich zuordnen zu können, gab es reichlich. Ganz vorne stand der Herr Schmidt, denn schon ein paar Mal kamen in der Vergangenheit geplante Treffen leider nicht zustande, aber gestern endlich konnte ich dem Kloppo langhaarigen Bombenleger endlich meine Fellpfote reichen.

Sehr nett war auch endlich mal Frau Frauenfuss (@frauenfuss) anzutreffen, die gaaaaanz berühmt geworden ist, weil sie ihre Follower malt. Das erwähne ich nur, weil ich auf diesem Weg um ein Bild von ihr bettel. Sehr nett auch der Kontakt mit Sabrina (@scaramut), die von der Lesung allerdings nicht sehr viel hatte, weil sie stundenlang damit beschäftigt war, für die Gäste Namensschilder mit deren Twitteraccounts zu schreiben. Den Herrn Schlenzalot (@schlenzalot) traf ich wie auch ein verrückter Plausch mit der Gräfin war drin.

Die Gräfin in Action!

Ihre Geschichten um ihre Jugend als Kind polnischer Einwanderer fand ich so klasse, dass ich sie sofort für die fünfte Hanauer Bloglesung (April, Mai 2010) einlud und sie spontan zusagte (“Nimm mich Phil, ich bin eine Lesungsnutte!”). Aber auch viele andere und bekannte Blogger traf ich wieder und irgendwie war es schade, dass Scooter und ich recht früh wieder fahren mussten. Aber es war ja nicht unsere letzte Lesung und wir gucken jetzt schon in unsere Kalender, wann wir zum nächsten Jour Fitz tingeln können.

Ein paar Fotos habe ich bei Flickr hier online gestellt, die jeder von Euch frei weiter verwenden darf. Sofern ich hier jemanden aus Versehen abgelichtet habe, der sein Konterfei nicht im Web sehen möchte, bitte umgehend eine Mail an mich (siehe Impressum) senden. Ich lösche dann selbstverständlich das Bild.

Phil

Altstadtgeflüster (2)

Phil am 6. Februar 2010 um 13:03

Wie immer seit kurzem in unregelmässigen Abständen Aufgeschnapptes vom Tresen und aus der Bar.

L.: “Wo gehst Du hin? Auf eine Bitch Party???”
K.:
“Ich bin viel gescheiter wie Du!”
W.: “Am Panamakanal ist es auch nicht anders als wenn Du an der Fähre in Seligenstadt stehst.”
S.: “Im Skiurlaub hatten wir minus 18 Gras.”
Nochmals S.: “Wo ein Wille ist, ist auch ein Gebüsch!”
P.: “Regierung schreibt man jetzt ReGIERung!”
U.: “Ich könnte mir vor Verschenkeln auf die Gnügel klopfen!”
T.: “Du machst jetzt Torsionsübungen? Torsion ist doch, wenn Erde den Berg runterrutscht…”
H.: “Die schlimmsten 10 Jahre einer Frau sind die zwischen 39 und 40.”

Phil

[kopfgeschosse:34]

Phil am 6. Februar 2010 um 02:54

Manchmal frage ich mich selbst, weshalb ich überhaupt bin.
Und dann, ja dann,  überrennt einen einfach nur das Leben.

Phil

Grimm-Award 2010 für Online-Literatur

Phil am 5. Februar 2010 um 14:48

Was lange währt, wird endlich gut. Nach Monaten der Gespräche und Verhandlungen im Hintergrund mit kommunalen Verantwortungsträgern und Sponsoren habe ich gestern endlich das “Go” der Stadt Hanau erhalten, dass ich (plus ein paar Mitstreiter) in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft der Stadt Hanau einen Wettbewerb um den ersten Preis für Online-Literatur1 ausschreiben, veranstalten und verleihen werde. Wie ich meine, ist dieser Preis der erste seiner Art und war schon längst überfällig, verliehen zu werden.

Teilnehmen kann jeder Blog oder jede Webseite aus dem deutschsprachigen Raum, auf dem/der überwiegend Texte publiziert werden, die man gemeinhin als (den sehr dehnbaren Begriff) Literatur bezeichnen kann. Hiermit soll vor allem erreicht werden, dass jene nichtkommerziellen Schreiber gewürdigt und herausgehoben werden, die eben nicht im “Rampenlicht” wie z. B. Top-Blogs stehen und mit Herz und Seele ansprechende, kreative wie auch phantasievolle Texte schaffen.

Die Modalitäten zur Teilnahme werden bis zum Frühjahr ausgearbeitet werden, allerdings suche ich jetzt schon aktive Unterstützung, da ich alleine die Organisation nicht professionell genug stemmen kann und möchte; insbesondere suche ich Support für eine Jury zusammengesetzt aus literarisch bewanderten Bloggern, die z. B. als Lektor, Schriftsteller etc. aktiv sind. Ich kenne da mindestens drei “Opfer” aus meiner Blogroll, die während des Prozesses zur potentiellen Kandidatenauswahl die eingesendeten Werke kritisch würdigen könnten. Diese Selektion werde und möchte ich nämlich nicht in Alleinregie durchführen bzw. lediglich durch ein immer irgendwie manipulierbares Online-Voting entscheiden lassen. Freiwillige also vor und sich bitte in den Kommentaren oder per Mail (siehe Impressum) bei mir melden.

Des weiteren suche ich immer noch einen kreativen Designerkopf, der mich beim Layout des neuen Blogs unterstützt. Ein neuer Blog deshalb, weil ich den Grimm-Award 20102 (noch Arbeitstitel, Domains allerdings schon bei mir) von diesem Blog hier entkoppele. Dieser Support beim Design soll nicht unbedingt für lau geschehen - ein kostenloser Support durch ein professionelles Designstudio würde ich allerdings mit entsprechender Verlinkung / Werbung “entlohnen”.

Wenn dieser neue Blog steht und die Modalitäten zur Preisverleihung endgültig festgelegt sind brauche ich nochmals Support - nämlich von meiner Leserschaft, die ich dann bitten würde, den Grimm-Award 2010 hinaus in die Welt zu tragen, damit möglichst viele Schreiber erreicht werden bzw. jener Preis entsprechend publik wird. Aber das erst zu seiner Zeit.

Ein schönes Wochenende wünscht Euch Euer

Phil

P.S.: Grimm-Award übrigens, weil Hanau die Geburtsstadt der Brüder Grimm ist respektive auch Brüder Grimm Stadt genannt wird und jene Brüder weit mehr als nur Märchen verfassten, sondern sich u.a. um den Wert der deutschen Sprache verdient gemacht hatten.

1 Mit oder ohne Bindestrich?
2 Markenrechte bereits beim DPMA beantragt.

Weniger kann mehr sein

Phil am 3. Februar 2010 um 18:38

Dem Phil sein Schreibtisch in Den HaagDiese Woche sassen wir im kleinen, aber feinen Kreis nach Feierabend in der Bar unseres Hotels zusammen, in welches inzwischen über die Hälfte der Anhänger von Luxushotels zurückgekehrt ist. Wir genossen unsere Gratisbierchen und das täglich kostenlose Abendessen, das wir als eine der neuen Annehmlichkeiten für unsere Rückkehr bei der Direktion herausschlagen konnten. Es ist zur Zeit eine angenehme Runde abends am Scheveninger Strand, da jene paar Arschlöcher, wegen denen ich früher öfters das gesellige Zusammensein nach Dienst lieber mied, im 5-Sternebunker verblieben sind und sich dort weiterhin in ihrer Eitelkeit sonnen. Diese Abwesenheit der eher weniger beliebten Kollegen hat in den letzten zwei Wochen wohl auch dazu geführt, dass unsere Diskussionen im reduzierten Kollegenkreis offener geworden sind; verhasste Chefs fehlen wie auch die üblichen Tratschen, so dass zwischen uns viel freier kommuniziert und argumentiert werden kann.

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Alle Jahre wieder

Phil am 1. Februar 2010 um 17:16

Morgen ist es wieder mal soweit. Da habe ich nämlich meinen grossen Tag, weil dann der zweite Februar ist und die ganze Welt mich feiert. Weil Murmeltiertag ist. Und schon heute die Besucherzahlen ansteigen, weil dieser Blog mit seinem bescheuerten Namen inzwischen bei so gut wie allen Suchmaschinen bei Recherchen zu besagtem Tag mich auf dem ersten Trefferplatz listen. Ausser dieser Datenschnüffler mit den zwei OO, dort tausche ich die ersten drei, vier Plätze in schöner Regelmässigkeit im Wechsel mit dem Wikipediaeintrag ganz vorne auf.  Was bedeutet, dass es morgen hier im Blog besuchertechnisch ganz schön brummen wird. Wie jedes Jahr inzwischen.

Welche suchende Torfnase auch immer dieser Tage auf diesem Blog landet, möge sich also bitte bei Wikipedia oder anderswo schlau machen, denn ab diesem Jahr verlinke ich weiterführende Links zu dem behämmerten Brauchtum nämlich nicht mehr. Und erzähle auch nicht mehr, dass diese Webseite rein gar nichts damit zu tun, dass man irgendwo in des Staaten in einem kleinen vor Inzest triefenden Kaff am zweiten Februar eine Art fette Ratte aus einem Baumstumpf zerrt, um von ihr unter viel Bohai zu erfahren, wie denn das Wetter so in den nächsten Wochen werde soll. Sicherlich Scheisse sage ich, aber für diese Prognose braucht man keinen feisten Nager.

Feucht wird es auch am Wochenende werden. Feucht-fröhlich, denn erstens geht es nach Wiesbaden zur Lesung und zweitens hole ich mir ein paar Gratisbierchen auf den Geburtstag unseres DJ Maggus ab. Denn der hat Geburtstag und zwar morgen – am Murmeltiertag. Herzlichen Glückwunsch aus dem Kasskoppjeland in die Altstadt!

Phil

[aus:blicke]

Phil am 30. Januar 2010 um 16:29

Grau, grau, grau, so der Ausblick des heutigen Nachmittags vom Balkon. So verhangen jener Himmel, so verhangen derzeit meine Gedanken, meine Denke. Schnee bedeckt derzeit so vieles, was mir sonst aus der Feder floss, derzeit ist meine Schreibe anderweitig gebunden.

Mails, jeden Tag fast eine oder zwei lange Mails und dies nun schon seit Monaten. Antworten, genauso lang, ebenfalls fast jeden Tag, eine oder mehrere. Antworten wie auch Fragen, deren Ausblick immer noch ein wenig verhangen ist so wie das Wetter da draussen in diesen Stunden.

Anderes Gedankengut fliesst dieser Tage in ein altes Manuskript von mir, welches ich nach Jahren wieder hervorgeholt habe und derzeit überarbeite. Staune über mich selbst, wie flott mir doch einst das Texten aus der Hand zu gehen schien, wo in diesen Tag mir jeder Satz wie eine Last erscheint, jedes Wort eine Tonne zu wiegen scheint für diesen Blog, während in der Stille der Nacht oder in der Ruhe des Tages vieles zu Papier gebracht wird, was mir wichtig aber auch nichtig erscheint.

Diese Zeit geht wieder vorüber, es wird bald wieder aufklaren, da bin ich mir sicher. Und die Nächte sich wärmen, klar und hell scheinen wie einst im Vollmond des letzten Sommers. Und der Ausblick ein anderer sein wird. Da bin ich mir sicher, ganz sicher.

Phil

[kopfgeschosse:33]

Phil am 27. Januar 2010 um 22:10

Jeder Suche nach immer auch was folgt ein Ende
wie auch jedem Ende immer eine neue Suche folgt.

Phil

Weshalb manche Kinder Clowns nicht mögen

Phil am 27. Januar 2010 um 14:31

Am Montag ist bei uns im Projekt die Server abgekackt und das System konnte bis heute immer noch nicht wieder hergestellt werden. Was heisst, dass wir zu unserer eh schon vielen Zeit jetzt nur noch Zeit haben.

Und diese haben wir uns heute mit Videos angucken vertrieben; wobei ein Kollege es mit einem Walmart Spot geschafft hat, dass ich mir jetzt immer noch den Bauch halte vor Lachen. Bin angestochen und gickere nur noch herum, muss beim kleinsten Scheiss immer wieder das Lachen anfangen. Aber seht selbst…

Phil

Neulich. Auf dem Markt.

Phil am 25. Januar 2010 um 14:23

Stellen Sie sich vor, Sie bummeln über einen grossen Markt, um die Einkäufe des Tages zu erledigen. Und plötzlich erfüllen die Klänge klassischer Musik die Halle, den Raum um Sie herum. O.k., denken Sie, das ist doch mal was anderes … aber wenn dann plötzlich ein paar Verkäufer und scheinbar zufällig herumstehende Besucher beginnen aus Verdis La Traviata zu singen, denken Sie vielleicht auch daran, wann Sie eigentlich das letzte Mal in der Oper gewesen waren und wie schön so ein Besuch dort sein kann.

So geschehen als wie ich finde gelungene Werbung für die Oper in Valencia am 19. November letzten Jahres.

Phil ( via )

…und wer sich jetzt das eine oder Tränchen aus den Augenwinkeln wischt, den heitere ich gerne mit diesem Werbespot auf.

Wenn ich einen Tag lang eine Frau wäre

Phil am 21. Januar 2010 um 15:29

Pssst stellte sich vorhin die Frage, wie es denn wäre, wenn sie einen Tag lang ein Mann wäre. Oder wie es wäre, wenn ein Mann 24 Stunden als Frau auf diesem Planeten weilen würde.

Schwierige Frage, echt. Und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Restriktionen fallen mir ein. Als allererstes dürfte an diesem Tag, na sie wissen schon, *hüstl*, also das da mit der Trullala nicht sein. Wenn ich schon mal diese Gelegenheit hätte, wollte ich nicht den ganzen Tag herumlaufen in dem Gedanken, dass mir ne Schnur da unten rausbaumelt und mit der latenten Angst leben, dass mir so’n Zeug in den Slip tropfen könnte. O.k., wir Männer tröpfeln auch ab und zu in die Hose, aber das ist natürlich etwas ganz anderes.

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5 Sterne am Arsch

Phil am 20. Januar 2010 um 17:33

Was haben wohl Yves Montand, Miles Davis, Lionel Hampton, John Coltrane, Edith Piaf, Duke Ellington, Isaac Stern, Maurice Chevalier, Bing Crosby, Richard Strauss, Marlene Dietrich, Harry Belafonte, Paul Anka, Randy Crawford und noch mindestens einhundert weitere prominente Menschen des letzten Jahrhunderts -verewigt auf schweren und vergoldeten Metalltafeln- mit mir gemeinsam? Sie alle haben im gleichen Hotel gewohnt wie ich und viele von ihnen traten dort auch auf.

Boah, wird jetzt der eine oder andere Leser denken, dann tritt der Phil dort sicher auch bald auf und wird sich dort als vorlesender Blogger ebenfalls auf einer dieser Ruhmestafeln sein Plätzchen sichern. Am Arsch sage ich nur, denn nach nur einer Woche in diesem Nobelbunker geht mir dieser Laden inzwischen ganz gewaltig auf die Nüsse. Denn ich halte es nicht so mit Luxus als Dauerzustand. O.k., die Zimmer sind gut und modern eingerichtet und vor allem das Bett ist ein richtiger Kracher (Decken und Kissen ohne Ende!), aber das war es dann auch schon, was mir ein wenig an Begeisterung entlocken könnte.

Den Kollegen, der aus Imagegründen und Statusdenken es durchsetzte, dass wir jetzt in diesem Hotel sind, den habe ich bereits mittels diversen Voodoopüppchen traktiert. Immer feste rein mit den Nadeln in seinen hohlen Kopf, aber es wirkt einfach nicht. Wie denn aber auch, wenn man dessen Rübe ohne den geringsten Widerstand im Inneren durchbohren kann.

Mich nervt jener Luxus einfach nur. An jeder Ecke lauert irgendein Lakai, der sich mit aufgesetzter Höflichkeit nach meinem Befinden erkundigt, ob ich irgendwelche Wünsche hätte oder mich auf dies oder das freundlich hinweist. Auf dem Weg von Eingang zum Lift wird man mindestens dreimal angequatscht und trotzdem will man ja nicht diese Lackel unwirsch anschnauzen. Sind ja auch nur Menschen, was heisst, dass man jedesmal ein kleinen, aber nichtssagenden Smalltalk führt. Kaum auf dem Zimmer angekommen und fast immer wenn man gerade aus der Dusche gekommen ist, klingelt es an der Zimmertür –ja, wir haben hier Klingeln an der Zimmertür- und irgendein Servicemädel bringt mir irgendwelchen Schnickschnack vorbei und fragt, ob auch ja alles in Ordnung sei. NEIN! Ist es nicht, denn nach der Arbeit will ich einfach nur meine Ruhe haben, kapierst Du das nicht Du penetrante Flurwanze???

Nach dem Duschen kleide ich mich in Räuberzivil, also nicht in edlen Zwirn und vor allem Smokings und solchen Fummel. Geht man dann später in eine der Hotelbars, Restaurants oder sonstwo hin, laufen einem fast immer irgendwelche Popanze in Luxusklamotten über den Weg. Die einen dann von oben herab anstarren, als wäre man gerade aus irgendeinem Armenhaus entlaufen. Leute, wenn ich schon den ganzen Tag im Anzug rumgewackelt bin, laufe ich doch Abends nicht auch noch als Model von Armani umher – ich will es nach der Maloche im Schlumberlook einfach nur bequem haben!

Und das Essen, top Qualität in Miniportionen zu Riesenpreisen - kein weiterer Kommentar. Da war mir unser altes Hotel wesentlich lieber. Nettes, aber nicht aufdringliches Personal; Gäste wie Du und ich, mit denen man Abends in und an der Bar locker zusammenkam, alles in allem moderatere Preise und zu guter Letzt wesentlich mehr Ruhe auf dem Zimmer. 4 Sterne reichen mir in Holland. Völlig!

Phil

Jour Fitz am 6.2. in Wiesbaden

Phil am 19. Januar 2010 um 15:16

Am 6. Februar eile ich (mit meiner Ente???) zum Jour Fitz nach Wiesbaden, um an diesem Abend mit meiner Anwesenheit die dort lesenden Blogger und Twitterer zu belästigen und dem Rest der dort erscheinenden Leute ebenfalls mal kräftig auf die Nüsse zu gehen. Mir ist halt gerade mal so danach. Wenn ich Bock habe, knipse ich auch noch ein paar kompromittierende Fotos, mit denen ich mir in erpresserischer Absicht bei den nächsten Jour Fitzes den Eintritt ersparen werde.

Wer Bock, Lust und oder Laune hat, kann gerne ebenfalls vorbeischauen, mir die Fellpfote schütteln und zusehen, wie ich spätestens zur Halbzeitpause aus dem Cloeb Frisch hochkant rausgekegelt werde. Falls nicht und ich wider Erwarten mich zu benehmen weiss, freue ich mich im Anschluss an die Bloglesung den einen oder anderen Schoppen mit der.grob, Herrn Schmidt , dem Vergrämer und Silenttiffy (twittert die Madame denn nur???) zu trinken. Und mit etwas Glück gelingt es endlich mal, dass ich Frau Jay antreffe. Von der Location sollte es ja diesmal kein Problem sein.

Phil

Tage wie diese…

Phil am 17. Januar 2010 um 18:34

…gibt es immer wieder. Nicht nur bei mir. Den Sinn nach seinem Warum hinterfragend, im innigsten Wunsch, ab jetzt und sofort alles zu verändern möchten. Müssen. Den Kopf voller Gedanken und trotzdem so leer erscheinend. Es sind Tage wie diese, an denen einen nicht mehr nur die Worte durch das Leben tragen, sondern die Musik, nur die Musik. Nichts anderes.


Reverend Schulzz - Juliette

Erinnerungen kochen hoch, Fragmente einer alten Liebe tanzen durch die Nacht, Ersatzgefühle erzeugend für just verloren Gegangenes, vielleicht oder wohl Geliebtes. Man schlägt sich von innen gegen die eigene Stirn und ist dankbar für ein paar Takte, eine Melodie, die einen weiter trägt weg von jenem Punkt, auf dem nicht verharrt werden darf, weil dies ja wohl nur den Kniefall vor dem eigenen Wahn bedeuten würde.


Reverend Schulzz - Mayfly

Während es draussen im Freien dunkler und dunkler wird, denkt man daran, dass dieser Abend vielleicht ein ganz anderer hätte sein können und dass jene Musik an diesem Abend einen Teil Deines Lebens hätte komplettieren können und nun doch nichts anderes als ein Platzhalter für Deine Sehnsüchte sein wird. Dein Blick wandert hinaus in die Nacht und Schatten huschen vor den mondhellen Wolken vorbei und Du stellst Dir vor einer dieser Reiter zu sein, Schemen gleich flüchtend vor all jenem, was jetzt und hier nicht im Einklang mit Deinen Wünschen und Vorstellungen spielt.


Reverend Schulzz - Four Black Riders

Sie tragen Dich, jene Klänge, weiter und weiter auf dem Rücken Deines unter Deinen Schenkeln keuchenden Pferdes, nur hinfort und alles wird wieder klarer auf dem Weg zu Deinem Ziel, welches nie konkret bestimmt, klar wie die Winternacht dieser Tage, da draussen. Man blickt in die Augen der Anderen, ein Kribbeln läuft Dir plötzlich den Rücken herab und Du fühlst Dich zuhause, warst Du doch nie weg, bist Du doch wieder bei Dir.


Reverend Schulzz - The Last Glass of Wine

Der Tag ist vergangen, die Nacht eilt dem Morgen entgegen, Verrücktes liegt hinter Dir wie Bowling um zwei oder Spaghetti kochen um vier in der Früh. Freunde sind gegangen, aber sie kommen wieder im Gegensatz zu manch anderem in Deinem Leben, von dem Du Dich trennen musstest, was gefühlt keine Sekunde lang her sein mag. Viele zurückliegende Monate reduzieren sich auf ein einziges Gestern, dann Du schenkst Dir ein Glas Wein ein, lüftest Dein Heim vom Qualm der Gäste wie auch Deinen Kopf um Erinnerungen, rauchst vorm Zubettgehen eine letzte Zigarette und träumst in die verschneite Landschaft hinaus.


Reverend Schulzz - Snowdome

Du hörst auf auf Dir an die eigene Stirn zu klopfen und denkst, dass eigentlich alles sich verhält wie mit dem Wetter da draussen in diesen Tagen. Alles, einfach alles wird irgendwann einmal Schnee von gestern sein.

Phil

Sämtliche Songs veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Reverend Schulzz, der am Samstag den 16. Januar 2010 richtig klasse in der Gaststätte “Zur Sonne” in der Steinheimer Altstadt performte. Wem die vorgestellten Lieder gefallen, kann sich gerne für kleines Geld (12 Euro) die CDs über die Homepage des Reverends bestellen.

Was ich dieses Jahr Fasching anziehe

Phil am 15. Januar 2010 um 15:46

Eigentlich hasse ich Fasching bzw. Karneval. Ist nix mehr für mich; insbesondere das leidige Kostümieren geht mir auf die Familienplanung. Heute allerdings fand ich hier diese coolen T-Shirts:

Jetzt fehlt mir nur noch die passende Frau, denn wenn ich die gefunden habe, will sich wohl jeder Mann gerne mit mir ins närrische Getümmel begeben. Qualifizierte Damen können sich gerne per Mail bei mir melden … ;-)

Phil

[brain:jam]

Phil am 13. Januar 2010 um 19:01

Tick, tick, tick… die Uhr läuft und trotzdem scheinen deren Zeiger auf ihrem Platz zu verharren. Eine Stunde scheint verstrichen, der Kontrollblick aufs Handgelenk sagt aber, dass es keine zehn Minuten gewesen sind. In jenem Zustand befinde ich mich derzeit unter der Woche, der Murmeltiertag mit seinen 24 Stunden bläht sich gefühlt zu Jahren auf. Denn - ich habe auf der Arbeit zu wenig zu tun. O.K., das ist im Projektgeschäft nix neues; es gibt Phasen, da rödelt man wie ein Bekloppter zehn, zwölf Stunden und mehr bis einem der Kopf raucht, dann gibt es aber auch jene Zeiten, in denen es weniger bis sehr wenig zu tun gibt.

In letzterer Phase befinde ich mich gerade mal wieder und ich hasse es. Weil ich beschäftigt werden muss wie ein Hund, mit dem man Gassi gehen muss, mit ihm spielen und sich um ihn kümmern muss. Ansonsten beginnt dieser langsam aber sicher zu degenerieren, so wie ich gerade mal wieder jenes Gefühl habe. Kürzere Phasen der Nichtstuerei kann ich noch sehr gut überbrücken, aber allein schon der Gedanke daran, dass ich einen Urlaub verbringen müsste, an dem ich nur am Strand läge und sonst nix täte, lässt mich leicht erschauern. Und das gilt auch für den Job; mich schaudert das Wissen, dass ich wohl bis Anfang April zum Eierschaukeln verdammt bin.

Dabei brauche ich doch einen gesunden Stress. Wenn ich keinen Druck verspüre, arbeite ich schlechter. Meine Laune sinkt, meine Motivation geht gegen Null und was am schlimmsten ist - ich mache mehr Fehler, teilweise zuviele. Bin unaufmerksam, unkonzentriert, was schon früher so war, als ich nebenher in der Gastronomie jobbte. Waren lediglich zwei Tische besetzt und am Tresen nix los, vergass ich fast die Hälfte der Bestellungen. Polierte dann zwischendurch alle Gläser und guckte Löcher in die Luft. Brummte die Bude jedoch und war richtig proppenvoll, entgingen mir an jenen Tagen kaum weniger als fünf Wünsche der anwesenden Gäste.

So ist es auch seit Jahresbeginn hier in Den Haag. Da schafft man knapp sieben Monate fast ohne Beanstandungen und innerhalb von zwei Wochen schiesse ich dann drei Böcke im Büro. Schlamper im privaten wie beruflichen Mailverkehr herum, was teilweise auch peinlich sein kann. Insbesondere, wenn von mir ein gewisses Mass an Aufmerksamkeit erwartet wird. Deshalb muss sich was ändern und seit Montag steht mein Entschluss fest, dem Laden hier den Rücken zu kehren. Im Web surfen und Dauerbloggen sind keine Alternativen, es beschäftigt mich maximal ein Drittel eines Arbeitstages bis es dann ebenfalls langweilig wird. Selbst Bloggen geht nicht mehr in jenem Gemütszustand - Ideenlosigkeit macht sich in jenen Phasen breit.

Die ersten Telefonate sind nun geführt, mein heissester Kandidat residiert in Düsseldorf. Das wäre doch wieder mal was! Im Sommer wieder am Rheinufer sitzen, mit der Chromaxt ein paar Leute abknipsen und in der Altstadt zu Jamsessions in die Jazzclubs gehen. Die Rubrik Düsseldorf gibt es ja noch in diesem Blog. Ich drücke mir mal die Daumen. Denn ändern muss sich was. Gerade jetzt.

Phil

Hollandse notities (7)

Phil am 12. Januar 2010 um 16:57

Nichts oder wenig neues gibt es aus Holland zu berichten. Es liegt hier Schnee und das Chaos tobt in den Strassen von Den Haag. Ich dachte bislang immer, dass Frankfurt (M.) schon ausflippt, wenn sich der Hanauer Landstrasse mehr als drei Schneeflocken nähern, aber Den Haag toppt meinen Geburtsort in seiner Winterphobie um Längen. Die ansässigen Kollegen kommen mit stundenlangen Verspätungen ins Büro und mein Versuch, ganz Holland von dem Vorteil der Winterbereifung zu überzeugen, schlug fehl. Derlei Autozubehör scheint dem Niederländer nämlich völlig fremd zu sein. Gut dass ich mit der Tram fahre, die rollt hier nämlich ohne Mucken und Verspätungen.

Nächste Woche zieht mein Team zweimal um. Als erstes wird das Hotel gewechselt, was bei mir nur Kopfschütteln hervorruft, denn eigentlich war das Thema Hotelwechsel längst gegessen.  Weil die Mehrheit der Mitarbeiter sich dafür entschied, in unserem sehr bewährten Hotel zu bleiben. Aber eine ganz bestimmte Person im Projekt (mit gewisser Entscheidungsbefugnis) hatte sich wohl partout in den Kopf gesetzt zu wechseln und setzte sich über den gefundenen Konsens hinweg. Jetzt residieren wir ab nächsten Montag in einem der besten Hotels hier in der Gegend. Respekt - kann man lassen. Warum denn nicht gleich so?

Eigentlich ging ich davon aus, dass sich in diesem Projekt mein Englisch verbessern würde. Fehlannahme! Erstens bin ich mit meinem zu verantwortenden Thema ziemlich allein auf weiter Flur und habe daher relativ wenig Kontakt zu Anderen. Zweitens kommen meine Kontaktpersonen fast alle ausserhalb von Europa, so z.B. aus Indien, Malaysia oder China, was dazu führt, dass ich inzwischen anfange, fast genauso wie diese Kollegen zu radebrechen. Nach anfänglichen Verständnisproblemen verzichte ich inzwischen auf höhere Grammatik und stopfe mir beim Reden zwecks besserer Verstehbarkeit das Ende einer Wolldecke in den Mund.

Der als zweites anstehende Umzug in der nächsten Woche geht mit dem Team eine Etage höher. In eine Legebatterie, ich könnte kotzen. 40 bis 50 Mann eingepfercht in einem eng möblierten Grossraumbüro. In welchem mich permanentes Geschnatter umgeben wird, ein Duchgangsverkehr wie auf der A3 herrschen wird und ich keine fünf Minuten ruhig arbeiten werden kann, weil andauernd jemand angescheissert kommt und mir erzählt, dass im Keller Licht brennt, er es aber schon ausgemacht habe. Toll!

Phil

Eben. Im Hotel.

Phil am 11. Januar 2010 um 21:57

Eines meiner montäglichen Rituale in Den Haag ist der Einkauf in so einem ganz kleinen Supermarkt, der von gefühlt 70 Indern betrieben wird. Bier für 1,30 anstatt für 6,50 im Hotel holen und diverse Snacks, die man für die 4 Tage in der Minibar verstauen kann, welche mit kostenlosem Wasser, O-Saft und Coke bestückt ist. Entdecke ich da heute beim Einkauf doch diese Leckerei:

Eiskonfekt! Das hatte ich ja schon ewig nicht mehr gefuttert! Ratzfatz verschwand die Packung neben ein paar anderen Dingen in meinem Einkaufskorb, um irgendwann diese Woche verputzt zu werden. Und da ich heute zweimal Frühstück hatte, Mittags Wildgulasch mit Beilagen plus Süppchen vorneweg, Nachmittags ehrlich nur ein klitzekleines Törtchen und Abends ein Filetsteak mit Folienkartoffel und Salat, war ich natürlich pappsatt. Dachte ich. Bis eben. Als nämlich der Schokoteufel auf meiner Schulter hockte und mir suggerierte, dass das Eiskonfekt morgen bestimmt nicht mehr so gut schmecken würde wie heute. Tja…:

Phil

(Ich weiss jetzt genau, welche Altstadtperlen gerade wieder die Augen ob meines Kalorienbedarfs verdrehen, der im krassen Gegensatz zu meinem äusserst gertenschlanken Erscheinungsbild steht…)

give me 5! (für versetzungsgefährdet)

Phil am 11. Januar 2010 um 16:36

Neulich hatte ich an dieser Stelle meine Leserschar darum gebeten, mir auf der Arbeit beim Totschlagen der Zeit zu helfen, damit mein Grips nicht völlig einrostet. Fünf beliebige Begriffe waren in den Kommentaren zu posten, aus denen ich irgendetwas texten, backen oder stricken zu habe. Heute geht es in lockeren Abständen los, als erstes ist Kommentator “versetzungsgefährdet” von mir aufbereitet worden: 

Einige Menschen mit Geld aus Hartz-IV
trinken sehr gerne und nicht nur Bier,
der Durst führt sie in den Getränkeladen
was führt dann zu einem Leberschaden,
auch reichere Leute saufen oft viel
diese Liebe heisst bei ihnen aber Stil,
am Ende des Dursts holt Gott alle heim
so merke, lieber Leser, am Ende vom Reim:
Viele Tote gehen mit Alkohol einher
sogar ein Atompilz vernichtet weniger.

Phil

[kopfgeschosse:32]

Phil am 11. Januar 2010 um 00:34

Manchmal wartet man im Leben wie ein Surfer auf die perfekte Welle
und wenn sie dann kommt, sind alle Taktiken sie zu meistern obsolet.

Phil

(der das gerne macht)